FOODBLOG

Wenn Genuss Karussell fährt.


AUS DEM RAILAXED MAGAZIN HERBST 2018


Unretouchiert, g´schmackig und authentisch. Einfach Steiermark.

 

Die Steiermark ist wie eine Karussellfahrt. In Sekundenschnelle wechseln unverkennbare, sanft hügelige, romantische Weinstraßen mit schroffen Bergfelsen. Augenblicke verstreichen und man befindet sich in der pulsierenden Kunst- und Kulturszene von Graz. Vorbei an der Lipizzanerheimat, dem Wanderparadies rund um Dachstein und Hochschwab oder dem Schilcherland. Rauf und runter geht´s weiter durch die idyllisch in allen Farben des Herbstes schimmernden Weinhänge der Süd & Weststeiermark. Sie sind das Synonym authentischer Weinkultur auf höchstem Niveau und purem Lebensgefühl. Eine Sonderfahrt lädt ein, den Weinjuwelen und die durch den trockenen Ausbau besonders stark geprägten Charaktere herkunftstypischer Sorten näher zu kommen.

Ob im Wein tatsächlich die Wahrheit liegt, gilt bei einer der von zahlreichen Weingütern angebotenen Kellerführung durch historische Weingewölbe mit anschließender Weinverkostung herauszufinden. Oder aber man lässt bei den vielfältigen Wellnessangeboten im Thermen- und Vulkanland einfach nur die Seele baumeln – so mannigfaltig, reich an Genüssen, Wahrnehmungen und Eindrücken ist das Lieblingsurlaubsland der Österreicher. Mit jeder Runde präsentieren sich neue facettenreiche Schätze. Die Freude, Ausgelassenheit und der Entdeckungsdrang scheint fast ungebremst.

Genusswandler kommen in der Steiermark voll auf ihre Kosten – in einer der typischen Buschenschänken ebenso wie in renommierten Haubenlokalen oder einem traditionellen Wirtshaus. Aufgetischt, ob auf´s Brettl oder auf den Teller, wird dort oder da regionaler Genuss – Genuss, der ehrlich ist, Geschichte schreibt und tief mit der Region verwurzelt ist. Ganz viel Regionales steckt auch im Kürbiskernöl, dem schwarzen Gold der Steirer, wofür die Steiermark so bekannt ist – selbst bis Übersee. So sehr sich in der steirischen Küche alles um den steirischen Plutzer dreht, so omnipräsent er auch ist, so vielfältig ist er in seiner Zubereitungsform. Finessen, die die geschmackliche Vielfalt im grünen Herzen Österreichs unterstreichen und jeden Trip zum wahren Hochgenuss machen.
Das Menü


Besonders im Herbst präsentiert sich der Kürbis von seiner schönsten Seite. Farblich ist er ein Augenschmaus, kulinarisch ein Multitalent. Daher begleitet der Kürbis die Häferlguckerin durch die gesamte Menüführung: Kürbiscremesuppe, Gebratenes Forellenfilet mit Rote-Rübengrün auf Kürbis-Parmesan-Püree und Topfenknödel auf Kürbisröster.

 

Meine persönlichen Lokaltipps.

Genuss und Tradition wie es im Buche steht. Inmitten der Natur bietet das Steirereck am Pogusch echte steirische Küche mit regionalem Schwerpunkt. Die Übernachtungsmöglichkeiten in der Rehleinhütte oder über dem Schafstall sind eine Klasse für sich und laden ein, etwas länger zu bleiben: Wirtshaus Steirereck, 8625 Turnau, Pogusch 21
www.steirereck.at/pogusch/

Ein ganz besonderes Juwel ist das Winzerhotel Gut Pössnitzberg mit herrlichem Blick auf die Weinberge. Inmitten der romantisch-mediterranen Südsteirischen Weinstraße vereint der Kreuzwirt Spitzen-Kulinarik mit traditioneller Küche und renommierten Weinen aus dem Familienweingut: Gut Pössnitzberg Weinhotel, 8463 Leutschach, Pössnitz 168
www.poessnitzberg.at





BRIGITTE HAFNER
Foodbloggerin

Brigitte Hafner, gebürtige Wienerin und Wahl-Niederösterreicherin, ist Foodbloggerin und leidenschaftliche Hobbyköchin. Ihr Kochblog haeferlguckerin.at ist eine Mischung aus erlesenem Geschmack und Genuss in der Küche – eine Cuvée aus Kulinarik und Ästhetik. Ein Ort, an dem Gaumenfreunde Leckerbissen auf Rezept finden.

 

 

Kürbiscremesuppe
Als Suppe ist der Kürbis ein steirischer Klassiker - dieses Rezept ist einfach und kulinarisch ein Gedicht.
Zubereitungszeit: 30 Minuten + ca. 20 Minuten Backzeit
Für Hobbyköche

Zutaten für 4 Portionen

400 g Hokkaidokürbisfleisch
1 kleine Zwiebel
1-2 Knoblauchzehen
1 TL Paprikapulver edelsüß
200 ml Weißwein
0,75 l Gemüsesuppe
0,25 l Schlagobers
Salz & weißer Pfeffer aus der Mühle
Muskatnuss, eine Prise Cayenne, Butter, Olivenöl

Sowie 1 Butterblätterteig, 1 Ei, Kürbiskerne für das Kürbiskerngebäck

Zubereitung

Kürbis entkernen, in ca. 1,5 cm breite Spalten schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit Salz bestreuen und im vorgeheizten Rohr bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) ca. 20 Minuten backen, bis der Kürbis weich ist. Herausnehmen, abkühlen lassen. Fruchtfleisch von der Schale lösen.
Das Besondere an dieser Zubereitungsmethode ist, dass der Kürbis durch das Backen im Backrohr einen besonders intensiven, röstigen Geschmack erhält.
In einem Topf etwas Olivenöl und Butter erhitzen, den in Würfel geschnittenen Zwiebel und Knoblauch anschwitzen, das Kürbisfleisch dazu fügen, leicht mit Paprika würzen und mit Weißwein ablöschen. Einkochen lassen. Gemüsesuppe beigeben, mit Obers aufgießen. Suppe mit dem Stabmixer pürieren, mit Salz und weißem Pfeffer aus der Mühle, Muskat & Cayenne abschmecken.

Für das Kürbiskerngebäck

Backrohr auf 200 °C Umluft vorheizen. Butterblätterteig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausrollen, mit verquirltem Ei bestreichen und den Teig in gleichbreite Streifen schneiden. Eine Handvoll Kürbiskerne grob hacken und gleichmäßig darüber streuen. Im Backrohr ca. 10 Minuten goldbraun backen.

 

 

Forellenfilet mit Rote-Rübengrün auf Kürbis-Parmesan-Püree
Zubereitungszeit: 45 Minuten + 30 Minuten Back- und Kochzeit
Für leicht Fortgeschrittene

Zutaten für 4 Portionen
Zutaten für die Forellenfilets

4 – 8 Stück Forellenfilets – je nach Größe
Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
2 EL Olivenöl zum Braten


Zutaten für das Kürbispüree

500 bis 700 g Hokkaidokürbis (entkernt und in ca. 1,5 cm breite Streifen geschnitten)
2 TL Olivenöl
Meersalz aus der Mühle
25 g Butter
25 g Parmesan (frisch gerieben)


Zutaten für das Rote-Rübengrün

500 g Rote-Rübengrün (alternativ kann z.B. Mangold verwendet werden)
Olivenöl
1/2 Zitrone

Zubereitung

Für das Kürbispüree das Backrohr auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Den in Streifen geschnittenen Kürbis auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Olivenöl und Meersalz vermengen. Ca. 20 Minuten backen, bis der Kürbis weich ist. Etwas überkühlen lassen, anschließend das Kürbisfleisch von der Schale lösen, in einen Topf geben und mit der Gabel zerdrücken.
Butter und geriebenen Parmesan untermengen.

Während der Backzeit des Kürbisses die Forellenfilets vorbereiten. Dazu die Filets waschen, trocken tupfen und mit Meersalz und Pfeffer würzen.
Für das Rote-Rübengrün das Gemüse putzen und waschen. Rote-Rübengrün grob schneiden und in einen Topf mit kochendem Wasser geben und kurz blanchieren, Wasser abgießen. Etwas Olivenöl und Saft der Zitrone über das Gemüse träufeln und mit einer Küchenzange durchheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Fischfilets mit der Hautseite zuerst einlegen. Sobald die Haut knusprig ist, Filets wenden und fertig braten. Mit dem Püree und dem Gemüse anrichten.

 

 

Topfenknödel mit Kürbis-Röster
Auch in süßer Form präsentiert sich der Kürbis von seiner besten Seite – zu Topfenknödeln eine stimmige Sache.
Zubereitungszeit: 45 Minuten + ca. 30 Minuten Back- und Kochzeit
Für leicht Fortgeschrittene
Zutaten für 4 Portionen
Zutaten für die Knödel

30g Butter
30 g Zucker
1 Ei
160 g Magertopfen
1 TL Maizena
60 g Weißbrotbrösel
Butterbrösel zum Wälzen


Zutaten für den Kürbis-Röster

2 EL Honig
300 g Hokkaidokürbis (geschält und in 0,5 cm große Würfel geschnitten)
80 g Kürbis-Fruchtmark (dafür den Kürbis gleich mit dem Kürbis für die Suppe im Backrohr mitbacken und mit der Gabel zerdrücken)
4 cl Contrieu
Saft von 1 Orange

Staubzucker, Himbeeren und Heidelbeeren zum Garnieren

Zubereitung

Für die Topfenknödel Butter mit Zucker & Dotter aufschlagen. Topfen und Maizena unterrühren. Eiklar zu Schnee schlagen und abwechselnd mit Weißbrotbröseln unter die Topfenmasse heben. Kleine Knödel formen, Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, etwas salzen und die Knödel darin 7 Minuten ziehen lassen (je nach Größe der Knödel variiert die Garzeit).

Für den Kürbisröster Honig karamellisieren, mit Contrieu ablöschen, Kürbiswürfel dazugeben. Mit Fruchtmark und Orangensaft auffüllen, kurz aufkochen und etwas einkochen lassen. Der Kürbis darf ruhig noch ein wenig knackig sein. Etwas überkühlen lassen.
Für die Butterbrösel Butter in einer beschichteten Pfanne zerlassen und die Brösel darin goldbraun bei niedriger Hitze rösten.

Knödel in Butterbrösel wälzen, mit Staubzucker bestreuen, auf dem Röster anrichten und mit Himbeeren und Heidelbeeren garnieren.

 


Credits: © Illustration: Blagovesta Bakardjieva, carolineseidler.com; Fotos: Michael Genswaider