Wandern 

WUNDERBAR WANDERBAR


AUS DEM RAILAXED MAGAZIN HERBST 2017
Text — Janina Lebiszczak

Das Urlaubsglück beginnt mit dem ersten Schritt. Die schönsten Seiten des Landes lassen sich am besten zu Fuß erkunden. Naturerlebnisse und Genuss pur warten am Wegesrand.

Verführerisch steigt der würzig-kräftige Duft von geschmolzenem Käse in die Nase. In der Gepse, dieser typisch Bregenzerwälder Holzschüssel, türmt sich ein Berg Käsknöpfle mit gerösteten Zwiebeln. Nach einer mehrstündigen Wanderung auf dem Bödelepass wartet der kulinarische Gipfelsieg – und er ist köstlich. Die Käsknöpfle mögen auch ohne Wanderung jede Kaloriensünde wert sein, doch es ist wie eine leichte Abwandlung des Küchengeheimnisses der berühmten Tante Jolesch: Die Anstrengung ist der beste Koch.

FÜR KÖRPER & SEELE

Gerade unter Städtern erlebt das Wandern seit ein paar Jahren eine Renaissance. Schritt für Schritt die Natur zu erleben, liegt voll im Trend. Im Berufsalltag kleben viele meist doch Tag für Tag am Schreibtischsessel fest – da schreien Körper und Seele nach Bewegung. Ohne Hektik, ohne Stress – mit dem wohltuenden Effekt, Österreichs schönste Seiten per pedes zu erleben. Zum Wandern braucht es eigentlich nicht viel mehr als zwei gesunde Füße und das richtige Schuhwerk (das aber unbedingt!).
Seit einiger Zeit blüht eine ganze Industrie rund um die neuerwachte Liebe der Menschen für das Naturerlebnis. Wer möchte, der kann als Hightech-Wandersmann ins Land „einischauen“: Outdoorbekleidung, die atmet und Wasser abweist, Wanderstöcke, so leicht wie eine Feder, Wasserflaschen, die je nach Geschmack kühlen oder warm halten, Bewegungsapps, die jeden Schritt aufzeichnen. Der Mensch wandert an sich seit Jahrtausenden durch die Landschaft. Doch was einst einfach eine Notwendigkeit des Überlebens war, ist heute so bequem, entspannend und vor allem – dank der richtigen Ausrüstung – sicher wie noch nie.


Das Alpendorf Wald am Arlberg ist Ausgangspunkt für garantiert unvergessliche Wanderungen durch das malerische Klostertal in Vorarlberg.

 

Best of Tirol


Eine anstrengende, aber schöne Wanderung führt hoch über dem Achensee auf die Kotalm. Streckenlänge: zwölf Kilometer. Reisen Sie mit ÖBB Zügen von Innsbruck nach Jenbach und weiter mit dem ÖBB Postbus nach Maurach am Achensee/Buchau. Danach geht es zurück ab Achenkirch. oebb.at/wandern



 




„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“


Johann Wolfgang von Goethe


Nur gehen muss man letztendlich dann doch immer noch selbst: Wandern ist ein effektives Ganzkörper-Workout, wie Sportmediziner gerne betonen – vor allem, wenn es auch einmal steil bergauf geht. Es ist gut für das Herz-Kreislauf-System, die sanfte Bewegung wirkt sich günstig auf den Cholesterinspiegel und den Blutdruck aus, beugt präventiv der Osteoporose vor, hilft beim Abnehmen – und die gute Luft in den Bergen stärkt die Lunge. Und vor allem macht Wandern glücklich – nicht nur, weil wir durch die Anstrengung Endorphine ausschütten, sondern weil ein Tag im Grünen die Seele wie nichts anderes streichelt. Wer den Weg zum Ziel macht, lässt die Sorgen mit jedem Schritt hinter sich und erlebt sich und seine Umgebung bewusster. „Zu Fuß kann man besser schauen“, wusste schon der deutsche Maler Paul Klee. Die Stille in der Natur übertönt den Lärm des Alltags, Hektik und Stress haben in den Bergen nichts verloren. So ein Wandertag ist also der perfekte Mix aus körperlicher Betätigung und seelischem Ausgleich – da kann das feinste Wellnesshotel nicht mithalten. „Wandern ist mein Energiespender!“, verrät auch die Profi-Bergsteigerin Gertrude Kaltenbrunner.
Österreich ist ein wunderbares Land, um es zu Fuß zu entdecken. Dem Trend der Zeit folgend, gibt es ein rasant wachsendes Angebot an spannenden Touren – von gemütlichen Familienwanderungen bis hin zu solchen mit dem gewissen Nervenkitzel für geübte Bergsteiger. Im Salzkammergut zum Beispiel wurde erst vor Kurzem der „Berg-Seen-Trail“ eröffnet – in 20 je nach Geschmack kombinierbaren Etappen schlängelt er sich mehr als 350 km weit durch Salzburg, Oberösterreich und die Steiermark. Und wie der Name schon verrät, führt er durch spektakuläre Landschaften gespickt mit Bergen und Seen.

 


Die Wanderung hoch über dem Achensee mag ein wenig anstrengend sein, belohnt aber mit dem Ausblick auf ein absolutes Postkarten-Idyll.




 
Mit dem Railjet gelangen Sie stündlich von Wien Hbf, Linz, Salzburg oder Feldkirch nach Innsbruck, wo Sie direkt vom Stadtzentrum in nur 20 Min. auf die Nordkette (Hafelekar) gelangen können. Mit ÖBB Plus gibt’s eine ermäßigte Berg- und Talfahrt. Alle Infos: oebb.at/tirol
 

Lehrreich wandern

Wer nach dem perfekten Ausblick sucht, wird bei den vielen in den vergangenen Jahren errichteten Aussichtsplattformen garantiert fündig. Da gibt es auf dem Dachstein die „Treppe ins Nichts“, die auf eine atemberaubende Glasplattform führt – direkt in der Felswand 400 Meter über dem Wandfuß.
In nur wenigen Minuten kann man in Innsbruck hoch hinaus. Mit den Innsbrucker Nordketten Bahnen geht es direkt in den größten Naturpark Österreichs. Der Panorama-Rundwanderweg an der Station Seegrube bietet einzigartige Blicke über die Hauptstadt der Alpen und das gesamte Inntal. Wem das zu gemütlich ist, der kann in der Kletterarena der Nordkette aus 40 Touren der Schwierigkeitsstufen 4–9 wählen.
Wie lehrreich das Wandern sein kann, das zeigt sich auf den zahlreichen Themenwegen, die sich quer durch Österreich ziehen. Im Brandnertal zum Beispiel erfährt man auf dem interaktiven Wissenswanderweg auf unterhaltsame Art und Weise viel Spannendes über den Wald und das Wasser der Alpen und entdeckt die Geheimnisse der alpinen Natur. Mit gutem Gewissen auf dem Holzweg sein kann man im Zillertal. Dort führt der Holzweg mitten hinein in die Erforschung des Lebensraums Wald. Auf dem Tauerngold-Erlebnisweg in den Hohen Tauern lassen sich die Zeugnisse der Goldgewinnung entdecken. Und in Kärnten kann man Don Quijote Konkurrenz machen und gegen Windmühlen kämpfen – hier zieht sich ein Weg durch das „Tal der 100 Mühlen“. All diese Routen machen das Wandern vor allem auch für Kinder zu einem unvergesslichen Abenteuer.

Grüaß di Gott!


Vorarlbergerisch-Crashkurs für Wandersleute

Wia hosch as allad?

Wie geht's dir?

Pfüate
Auf Wiedersehen

Wo gosch ane?
Wo gehst du hin?

A g'schenkt's Tägle
ein wunderbarer Tag

Hock ane
Setz dich her

Nit lugg lo
Nicht aufgeben



Genießen Sie endlose Almwiesen und traumhafte Bergkulissen bei einer ausgedehnten Wanderung im Rofangebirge in Tirol. 

„Um die Berge herumgehen ist genauso wichtig, wie auf deren Gipfel zu steigen." 

Heinrich Harrer



Erste Hilfe


Die Apotheke der Natur: Spitzwegerichblätter zerreiben und auf kleine Wunden geben – desinfiziert und beschleunigt die Heilung. Hilft auch bei Insektenstichen gegen den Juckreiz. Breitwegerich-Blätter wirken bei Blasen. Bei einem Wadenkrampf Gänsefingerkr aut am Bein verreiben.

Der erste Schritt lohnt sich

Wer es ganz ursprünglich mag, der sollte eines der österreichischen „Bergsteigerdörfer“ ansteuern. Dieses Siegel tragen jene Orte, die ganz und gar auf alpine Action verzichten – hier werden die eigene Geschichte, unverbaute Natur, Ruhe und Entspannung groß geschrieben. Zu den Auflagen gehört, dass das Dorf nicht mehr als 2.500 Einwohner hat, „technik- und hochleistungsverkehrfreie Erholungszonen“ bietet (moderne Gondelbahnen sucht man hier also vergeblich) und kleinbäuerliche Wirtschaft und die regionale Handwerkertradition pflegt. Zu den Bergsteigerdörfern zählen zum Beispiel Ginzling, Großes Walsertal, Grünau im Almtal, Hüttschlag im Großarltal, Johnsbach im Gehäuse, Vent im Ötztal und einige mehr. Und natürlich kann man auch spirituell wandern gehen. Durch Österreich führen zahlreiche Pilgerwege, auf denen immer mehr Menschen auf der Suche nach der inneren Einkehr wandeln.
Ein österreichisches Sprichwort besagt: „Ist der Berg auch noch so steil, a bisserl was geht allerweil.“ Also ganz egal, ob Sie sich für eine gemütliche Rundwanderung oder für das große Abenteuer entscheiden: Machen Sie den ersten Schritt! Er lohnt sich – und die Käsknöpfle und sonstigen österreichischen Schmankerln am Ende des Weges schmecken garantiert gleich doppelt so gut.

 

Die schönsten Wanderrouten

ÖSTERREICHS

11 Tipps für Ihre Wander- und Radausflüge von Wien bis Vorarlberg.




 

1. Klösterle auf die Alpe Nenzigast:

Die Tour führt vom idyllischen Klösterle auf die Alpe Nenzi­gast – für Familien mit Kindern geeignet.

2. Auf dem Goetheweg zur Pfeishütte:

Eine der schönsten Touren rund um Innsbruck. Wunderbare Ausblicke ins Inn-, Wipp- und Stubaital.

3. Seerundgang Zeller See:

Gemütlicher Familienweg rund um den Zeller See, der mit Kindern und Kinderwagen ein Vergnügen ist.

4. Von Golling nach Salzburg:

Entspannte Fahrt auf der 5. Tauernradweg-Etappe entlang der Salzach über Hallein bis in die Stadt Salzburg.

5. Von Spittal/Drau nach Villach:

4. Etappe des Ciclovia-Alpe-Adria-Radwegs – entspannte Tour ohne große Anstiege entlang der Drau.

6. Über das Dürrenschöberl nach Selzthal:

Abwechslungsreiche Tour hoch über dem Ennstal und Paltental bis zum Bahnknoten Selzthal.

7. Zur Riegersburg und nach Feldbach:

Familien- und Seniorentour, die mittelalterliche Kultur und steirisches Lebensgefühl verbindet.

8. WeinWegGols:

Unterhaltsamer Rundgang durch die Golser Rieden mit Ausblick auf Neusiedler See und Leithagebirge.

9. Von Hütteldorf nach Liesing:

Teil 6 und 7 des Wr. Rundumadum-Wanderweges – durch den Lainzer Tiergarten nach Liesing.

10. Von Krems nach Dürnstein:

1. Abschnitt des Welterbesteigs Wachau – von Krems geht es durch Kellergassen und Weinberge nach Dürnstein.

11. Erlebnispfad Freistadt:

Spannende Entdeckungsreise durchs Mittelalter in und rund um Freistadt mit tollen Ausblicken.


Credits: © Foto: Vorarlberg Tourismus, Dietmar Denger, Marco Mathis; Illustration: Gina Müller, carolineseidler.com;
© Fotos: Tirol Tourismus, Wolfgang Ehl; © Illustration: Kerstin Frühwirth/FCB Neuwien
 
 
 
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