FREIZEIT

Lang lebe die Spaßgesellschaft


AUS DEM RAILAXED MAGAZIN FRÜHLING 2018
Text — Janina Lebiszczak

In den Hochburgen des Vergnügens kommen alle auf ihre Kosten: In abwechslungsreichen Freizeitparks atmet man Geschichte, genießt Hochspannung und lässt die Seele baumeln.

 

Ringelspiel, Zuckerwatte und Hochschaubahn: Der Wiener Prater, wegen der Kleinkunstfigur Hans Wurst auch Wurstelprater genannt, war nicht immer ein idealer Ort für Familien. Einst kaiserliches Jagdrevier und nur dem Adel zugänglich, ab 1766 dann ein Erholungsgebiet für alle. Es folgte die Weltausstellung im Jahre 1873 – das Vergnügungsareal „Venedig in Wien“, in dessen Mitte das Riesenrad errichtet wurde, entstand. Der Terror des Zweiten Weltkriegs setzte dem Treiben ein Ende, große Teile des Wurstelpraters wurden vernichtet. Aber der ließ sich als „echter Wiener“ nicht unterkriegen: Die Halbwelt eroberte das geschichtsträchtige Terrain. In den 1960ern stand der Prater vor allem für Prostitution, Glücksspiel und Trickbetrügereien. „Es lag viel Blei in der Luft“, erinnert sich Max Edelbacher, Polizei-jurist im Ruhestand, der heute noch im Pratermuseum Vorträge hält. „Heute höchstens der Geruch von gebrannten Mandeln.“

WO DER TAG ZUR PARTY WIRD

2018 ist der Wiener Prater eine moderne Erlebniswelt, in der mehr als 250 Attraktionen Spaß für Groß und Klein bieten – darunter auch das berühmte Riesenrad, ein 117 Meter hohes Karussell und eine Indoor-Achterbahn. Vor zwei Jahren feierte er sein 250-jähriges Bestehen – und verjüngt sich doch jeden Tag, ohne auf die Nostalgie ganz zu verzichten. Viele Lokale mit prächtigen Gastgärten – darunter das bekannte „Schweizerhaus“ – verköstigen jährlich rund 4,2 Millionen Besucher aus aller Welt. Ob man Funpark zum Prater sagen darf? Eher nicht. Immerhin werden viele der Attraktionen noch von Unternehmern betrieben, die aus traditionsreichen Prater-Dynastien stammen – die ältesten davon sind seit dem 19. Jahrhundert im Budengeschäft.
Günstiger Spaß


Wer mit Kindern den Wiener Prater besucht, klagt danach oft über ein Loch im Geldbörserl. Mit der „Prater Highlights Card“ erlebt man 20 Attraktionen zum vergünstigen Preis, darunter auch das Riesenrad. Die Karte ist ein Jahr lang gültig und kann an beliebig vielen Tagen von beliebig vielen Personen eingesetzt werden.

Infos: praterhighlights.at

 



Im neugestalteten Eingangsbereich des Praters kann man sich auf dem Kettenkarussell den ersten Kick holen. Der „Praterturm“ ist mit seinen 117 Metern jedoch noch viel höher.



„Es lag im Prater einst viel Blei in der Luft. Aber heute höchstens der Geruch von gebrannten Mandeln.“


Max Edelbacher, Prater-Experte


 

Aber auch viel Neues findet sich in Wiens grüner Lunge, die auch für Sportliche ein ewiger Anziehungspunkt ist: Bei „Madame Tussauds“ kann man wächserne VIPs hautnah erleben, der Praterturm wirbelt seine Besucher mit beachtlichen 60 km/h durch die Luft – wer keine Höhenangst hat, kann hier einen herrlichen Blick über die Hauptstadt genießen. In einem Indoor-Skydiving-Kanal simulieren Windgeschwindigkeiten bis 280 km/h einen Fallschirmsprung, die Kleinen freuen sich über den „Eisberg“, der mit einer interaktiven Fahrt zu Eisbären und Pinguinen lockt, im „Hotel Psycho“ kreischen alle, die gerne der Angstlust frönen. Ein nostalgisches Highlight für jede Altersklasse ist immer noch die Liliputbahn mit ihren über 80 Jahre alten Dampflokomotiven. Die vier Kilometer lange Rundfahrt führt entlang der Hauptallee und eignet sich ideal zum Verschnaufen. Der beste Tipp für heiße Tage? Im Planetarium genießt man nicht nur die Klimaanlage, sondern auch einen der modernsten Sternenprojektoren der Welt.

IM REICH DER FANTASIE

Aber auch in den Bundesländern dürfen sich Vergnügungssüchtige über jede Menge Action freuen. Im Salzburger Seenland wird man schnell zu Peter Pan, dem Alterslosen: Eine märchenhafte Welt voller Abenteuer und Nervenkitzel erwartet die Gäste im Fantasiana Erlebnispark Straßwalchen. In diesem preisgekrönten Funpark gibt es über 50 Attraktionen und gleich sieben verschiedene Themenbereiche; man schlendert vom Wilden Westen in die Safari-Lodge und endet in Pilzhausen. Erst kürzlich wurde der Park durch eine Großattraktion namens „Mami Wata“ bereichert: Ein 17 Meter hoher Turm mit einer Drehplattform und Rückwärtsabfahrt machen diese Wildwasserbahn zu einem echten Highlight, das selbst den größten Hitzkopf abkühlt.

UNTER DINOSAURIERN WANDELN

Nicht nur die Spaßgesellschaft, auch die Wissbegierigen kommen in den Bundesländern auf ihre Kosten. Die schöne Steiermark ist zu Recht stolz auf ihren Styrassic Park bei Bad Gleichenberg: Mit dem größten T-Rex-Skelett der Welt, einem vollbeweglichen Robot-Spinosaurus und dem acht Meter großen Urzeitvogel Gigantoraptor ist der Styrassic Park einer der attraktivsten Dinoparks der Welt. Wer am Fuße der Gleichenberge durch den Wald spaziert, trifft auf über 60 Saurier, die mit viel Liebe zum Detail und in Originalgröße errichtet wurden – Steven Spielberg hätte seine helle Freude! Das Motto? Bigger, better, more: Hier ist einfach alles etwas größer. Und falls das schlechte Wetter nervt, können sich Groß und Klein auch indoor vergnügen: Im Dinohaus können Kinder Krallen abgießen und mit nach Hause nehmen, es gibt ein 3D-Kino, die größte Rutsche Öster­reichs, einen Streichelzoo, einen Kletter­parcours und einen Flying Fox. Wer so viel erlebt, braucht Stärkung: Im Dinorestaurant werden alle satt – Fleisch(fr)esser, Vegetarier und Veganer.



Der Styrassic Park zeigt die Geschichte jener Dinosaurier, deren Lebensraum die Steiermark war. Hier werden Spaß und Wissen spielerisch miteinander verknüpft – eine Übernachtung ist empfehlenswer

 

 

Back to the Roots


Im Styrassic Park kann man hervorragend übernachten: Dschungel­luxus versprühen das neue Baumhaus Afrika, das Safari-zimmer und die Affenhöhle, denn diese Zimmer sind mit Dusche, WC, TV und einer Terrasse ausgestattet. Bei zwei Übernachtungen bekommt man ein Familien-Tandem, weiters locken Riesenrutsche, Swimmingpool, Kino und tägliches Abendprogramm.

Infos: styrassicpark.at/baum-hotel

Bei der Auswahl der Lebensmittel legt man auf die Zauberformel „regional und saisonal“ Wert, eine willkommene Abwechslung zur sonstigen Funpark-Einheitskost. Eigentlich nur logisch, dass ein Tag im Styrassic Park nicht reicht. Übernachtet wird im „Baumhotel Frecher Affe“ in rustikalen Baumhäusern, die wirklich jeden verkopften Städter zurück zur Natur bringen. Denn statt mit den Kids vor dem Fernsehapparat zu hocken, sind hier Lagerfeuer und Nachtwanderungen unter Sternen – und: unter Dinos angesagt.

GRÖSSER, BESSER, MEHR!

In der Nähe des Neusiedler Sees – was an heißen Tagen im Sommer besonders praktisch ist – liegt Österreichs größter Freizeitpark, der Familypark mit rund 145.000 Quadratmetern Fläche. Bei knapp 500.000 Besuchern pro Saison ist er heute Garant für glückliche Stunden. In vier Themenwelten wird alles geboten, was zu einem Freizeitpark von internationalem Niveau gehört: vom Karussell über Achterbahnen, Kletter- und Erlebnisbereichen bis hin zum Streichelzoo und natürlich jeder Menge lukullischer Genüsse. Und jedes Jahr gesellen sich neue Attraktionen dazu. Ein echtes Erlebnis: In der „Flugmaschine“ können sich die Mutigen auf eine Entdeckungsreise in die Welt des Erfinders Leonardo da Vinci begeben. Mit einer Flughöhe von bis zu 22 Metern geht es in einer Gondel hoch hinaus, jeder entscheidet für sich, ob es ein gemächlicher Rund- oder ein waghalsiger Sturzflug wird. Und in Österreichs einzigem H20-Karussell liefert man sich eine spektakuläre Wasserschlacht. Verständlich, dass der Familypark jedes Jahr neue Besucherrekorde verzeichnet, vor allem in den warmen Monaten bei längeren Öffnungszeiten. Man sieht: Es muss nicht immer Disneyland sein!

 


Credits:© Foto: Adobe Stock /weingartner; Adobe Stock / Blickfang; Fantasiana Erlebnispark Straßwalchen; Styrassic Park; Familypark St. Margarethen;
 
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