12.05.2016

Namaste mit Seeblick


ACTIVE
Text — Sabine Weyrer



Am Wörthersee kann man mittels Bahn und Schifffahrt genussvoll einen ganzen Tag lang Uferhopping betreiben und sich dabei aktiv die Naturlandschaft ansehen. Sonnengruß am Morgen und Sundowner in den legendären Beachbars am Abend inklusive.

Pünktlich um halb Acht morgens fährt der Zug in Pörtschach am Wörthersee ein. Während die ersten Cafés an der Promenade gemächlich öffnen, mache ich mich auf den Weg zum Schloss Leonstain, wo ich meine erste Yogastunde direkt am Steg mit Blick auf den See empfangen werde. Achte auf dich selbst und deinen Körper, du musst anfangs nicht gleich alle Übungen mitmachen , rät mir Florian Neuscheller. Er ist bereits seit 16 Jahren als Yoga-Lehrer rund um den See unterwegs und hält uns Ladies heute mit seinen Übungen ganz schön auf Trab. Einmal Sonnengruß hier, einmal Dreieck dort, ein Hund hier, ein Kopfstand da letzteres jedoch nur für die Geübte, ich beschränke mich da eher auf die richtige Atemtechnik und genieße nebenbei den genialen Ausblick.

Yoga am See mit Florian Neuscheller (c) Sabine Weyrer Yoga am See mit Florian Neuscheller (c) Sabine Weyrer

Denn die Kulisse ist beeindruckend: Die Wellen des Wörthersees schwappen leise ans Ufer, bis in die Veldener Bucht reicht die Sicht, dahinter thronen die mächtigen Gebirgszüge der Karawanken und Julischen Alpen. Die Sonne blinzelt durch die Bäume hindurch und die Vögel begrüßen zwitschernd den Morgen (oder amüsieren sich über uns und unsere Übungen). Nach gut eineinhalb Stunden ist das Training auch schon vorüber gestärkt, innerlich ausgeglichen und fit flaniere ich daher wenig später schon an der Pörtschacher Promenade entlang und genieße einen Cappuccino, während ich auf die Wörthersee Schifffahrt warte. Mit dem Schiff geht es nämlich zum nächsten Ufer, der malerischen Halbinsel Maria Wörth. Das Hornsignal erklingt und wir starten. Vorbei an der Schlangeninsel, die ihren Namen übrigens nicht wegen der Tiere hat, sondern wegen ihres länglichen Aussehens, geht es nun fast schwebend über den größten See Kärntens.

Die Schlangeninsel (c) Sabine Weyrer Die Schlangeninsel (c) Sabine Weyrer

Weithin sichtbar ist das neu errichtete Wahrzeichen des Wörthersees, der Pyramidenkogel, den ich heute mit einer Wanderung von der hübschen Wallfahrtskirche Maria Wörth aus erobern werde. Die bekannte Marienkirche stammt aus dem 9. Jahrhundert und ist als Hochzeitskirche überaus beliebt. Kein Wunder bei dieser Lage, da kann man zum Honeymoon auch gleich hier bleiben, denn der Wörthersee weiß mit seinem türkis-blauen Wasser nur zu gut, wie romantisches Karibik-Feeling auszusehen hat. Ja, warum auch in die Ferne schweifen...

Maria Wörth (c) Sabine Weyrer Maria Wörth (c) Sabine Weyrer



Maria Wörth (c) Sabine Weyrer Maria Wörth (c) Sabine Weyrer

Hoch hinaus am Pyramidenkogel Aber heute wird schließlich nicht geheiratet sondern gewandert und so lasse ich das schmucke Kirchlein hinter mir und begebe ich mich auf den Rundwanderweg zum Pyramidenkogel. Gut eineinhalb Stunden führt der Weg durch sattgrüne Buchenwälder nach oben auf die legendäre Aussichtsplattform. Immer wieder geben dabei die Baumwipfel den Blick auf den See frei, wo die Mittagssonne bereits glitzernde Kristalle auf den Wellen tanzen lässt. Es ist ein unvergleichliches Farbenspiel. Völlig fasziniert übersehe ich fast das eigentliche Ziel, welches nach der letzten Kurve vor mir auftaucht. Der Pyramidenkogel ist der weltweit höchste Aussichtsturm aus Holz und verspricht einen einzigartigen Panoramablick über die sonnige Südseite Kärntens und seine Seenlandschaften. 100 Meter hoch ist der Turm, ein Panoramalift führt mich bis ganz nach oben, fleißige Besucher können den hölzernen Riesen auch Schritt für Schritt die Treppe hinauf erobern.

Pyramidenkogel © Kärnten Werbung, Fotograf: Tine Steinthaler Pyramidenkogel © Kärnten Werbung, Fotograf: Tine Steinthaler

Drei begehbare Aussichtsplattformen bieten Platz und freie Sicht auf das Land. Ja, dieser Anstieg hat sich mehr als gelohnt, denke ich mir, während ich die frische Luft einatme und den Blick schweifen lasse. Himmlisch. Und da die Erbauer schließlich an alles gedacht haben, geht es auch nicht wieder fad mit dem Lift nach unten, sondern man nimmt wie ich kurzerhand die Rutsche, die nebenbei erwähnt die höchste Gebäuderutsche Europas ist und 52 Meter in die Tiefe geht. Auf einer Länge von 120 Metern rutsche ich in Saus und Braus nach unten, what a feeling.

Der Ausblick von der Warte Richtung Norden (c) Sabine Weyrer Der Ausblick von der Warte Richtung Norden (c) Sabine Weyrer



Ausblick Richtung Osten (c) Sabine Weyrer Ausblick Richtung Osten (c) Sabine Weyrer

Genusswirt mit regionalen Schmankerln Nach so viel Action macht sich langsam ein Knurren in der Magengegend bemerkbar und so entschließe ich mich für ein köstliches Essen beim Genusswirt am Fuße des Holzturms. Die Karte hält, was der Name Genusswirt verspricht. Ob Kärntner Schopfsteak mit hausgemachter Kräuterbutter, Kärntner Lax nfilet mit Zitronenpolenta oder eine Mölltaler Kaspressknödelsuppe hier bleibt garantiert kein kulinarischer Wunsch offen. Für die süße Nachspeise empfiehlt sich der Kärntner Apfel-Reindling. So gestärkt kann man den Abstieg ganz locker angehen um das nächste Ufer anzupeilen, welches man vom Aussichtsturm bereits erspäht hat, die Veldener Bucht. Geschwind geht es wieder auf das Schiff mit Kurs Richtung Lifestyle. Es ist schon ein Genuss, am Deck über den See zu schippern: Die Sonne auf der Haut, der warme Fahrtwind prickelt im Gesicht und unter einem hört man das Rauschen der Wellen. Der Kapitän macht immer wieder auf die verschiedenen Sehenswürdigkeiten aufmerksam, die am Ufer zu sehen sind, wie etwa die prächtigen Villen der berühmten Wörtherseearchitektur.

Die berühmte Wörtherseearchitektur (c) Sabine Weyrer Die berühmte Wörtherseearchitektur (c) Sabine Weyrer

Diese haben während des Zeitraumes von 1864 bis 1938 das Erscheinungsbild des Sees mit geprägt. Schlösser, Villen, Boots- und Badehäuser zieren rund um den See die Ufer. Eines davon steuern wir geradewegs an. Das berühmte Schlosshotel Velden. Hier angekommen gehe ich nun von Bord und beschließe den Rest des Nachmittages einfach nur die Seele baumeln zu lassen. Das gelingt in den zahlreichen Beachbars auch prächtig. Mit einem guten Glas Kärntner Wein setze ich mich ans Ufer, getreu dem Motto Lustvoll leben, gelassen genießen . Etwas später, als die Sonne bereits hinter den Bergen verschwunden ist, mache ich mich auf zum Veldener Bahnhof, wo ich auf meiner entspannten Heimfahrt mit dem Zug noch zurückträume, in diesen herrlichen Tag am See, wo man mich bestimmt bald wieder antreffen wird.

Seepromenade in Velden am Wörthersee © Kärnten Werbung, Fotograf: Franz Gerdl Seepromenade in Velden am Wörthersee © Kärnten Werbung, Fotograf: Franz Gerdl

 
 
 
 
 

Sabine Weyrer
eine Kärntnerin mit Leib und Seele: Geboren 1986 in Friesach, auf-gewachsen in Glödnitz, mittlerweile am Fuße der Burg Hochosterwitz sesshaft geworden. Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften in Klagenfurt. Als freie Journalistin, Texterin und Bloggerin  unterwegs. Naturmensch, Bergfreak und Feinschmecker.
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