25.09.2016

Bauernherbst im SalzburgerLand


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Text — Peter Zeitlhofer



Es gibt eine Sache, die ich am Zugfahren ganz besonders liebe: Es ist dieses gleichmäßige Dahinwiegen der Wagons, das gemütliche Sitzen und vor mich hin träumen, während die Welt draußen, einem großen, überdimensionalen Theater gleich, an mir vorüberzieht. Wobei Welt in meinem Fall fast ein wenig zu hoch gegriffen ist, denn eigentlich fahre ich ja durchs SalzburgerLand, die letzten Nebelschwaden verlieren gerade ihren Kampf gegen die immer noch warmen Strahlen der Sonne und es scheint ein richtig schöner Oktobertag und für mich ein tolles, unvergessliches Wochenende zu werden. Ein Wochenende im Salzburger Bauernherbst.

Wenn die Felder ein letztes Mal gemäht, die Früchte der monatelangen Arbeit auf den Almen und unten in den Tälern geerntet und die Tage wieder kürzer werden, dann beginnt an den Seen und in den Bergen des SalzburgerLandes der Bauernherbst. Es ist eine Zeit der Feste, des „Danke-Sagens“, der Begegnungen von Einheimischen und Gästen und natürlich des Genusses. Seit vielen Jahren versuche ich, mir zumindest ein Wochenende in dieser besonderen Zeit frei zu halten, in die Berge zu fahren und mich vom Bauernherbst mitreißen zu lassen. Zum „Hoagaschtn“, also zum Zusammensetzen in gemütlicher Runde, trifft man sich an den schönsten Plätzen, lauscht traditionellem Musizieren, lacht, erzählt und genießt in gemeinsamer Runde die herrlichen Speisen und Getränke des Landes, die von den vielen Bauernherbst-Wirten liebevoll zubereitet werden. Für mich ist der Herbst ja generell eine ganz spezielle Jahreszeit, vielleicht verbindet mich auch deshalb so viel mit dem Bauernherbst, der heuer bereits zum 21. Mal über die Bühne geht. Farbenprächtig, vielfältig und virtuos ist er, genauso wie das Land selbst.
Diese Jahreszeit lebt ganz einfach davon, dass für Mensch und Natur nach langer Zeit der Arbeit des Frühlings und des Sommers nun langsam die Zeit der Ernte und somit auch des Lohnes für all die zurückliegenden Mühen, kommt.

Nach einem langen, arbeitsintensiven Sommer, kommt mit dem Bauernherbst die Zeit des Dankes und der Feste. ©SalzburgerLand Tourismus Nach einem langen, arbeitsintensiven Sommer, kommt mit dem Bauernherbst die Zeit des Dankes und der Feste. ©SalzburgerLand Tourismus

Das wertvolle Wissen um die Kraft der Kräuter

Das ganz große Thema des Bauernherbstes in diesem Jahr sind die Kräuter und das überlieferte Wissen rund um Kräuter, Wild- und Heilpflanzen, die im SalzburgerLand das ganze Jahr über zu finden sind. Seit Generationen vertrauen die heimischen Bäuerinnen auf die Wirkung von Kräutern, Wurzeln und Harzen, die sowohl in der Küche als auch bei der Herstellung von Heilmitteln und Naturkosmetik verwendet werden. Arnika, Baldrian, Salbei, Schafgarbe, Holunder oder Spitzwegerich: Das Wissen um die Heilwirkung dieser Pflanzen wird seit Generation weitergegeben. Im Rahmen von geführten Kräuterwanderungen, Kräuterkochkursen, Naturkosmetik- oder Räucherworkshops oder auch beim Verkosten hausgemachter Kräuterspezialitäten, kommen Gäste und interessierte Einheimische in den Genuss eines ganzheitlichen Kräutererlebnisses. Doch auch aus der Kulinarik sind Kräuter seit vielen Jahren nicht mehr wegzudenken und bringen ganz spezielle Geschmacksnoten in die lokale Küche. Wie passend, dass es auf der Via Culinaria, den 8 Genusswegen durch das SalzburgerLand, einen neuen Genussweg für Kräuterliebhaber gibt. Er umfasst 18 Adressen, die ein ganzheitliches und naturnahes Kräutererlebnis versprechen. Dazu zählen liebevoll angelegte Kräutergärten, romantische Kräuteralmen, Bio-Höfe und Hotels. Der einen oder anderen Adresse werde ich sicherlich bald einen Besuch abstatten.

Kräuter in all ihrer wunderbaren Vielfalt. Welche Kraft die Natur oft für uns bereit hält, erkennt man erst, wenn man sich mit diesem Thema ein bisschen genauer beschäftigt. ©SalzburgerLand Tourismus Kräuter in all ihrer wunderbaren Vielfalt. Welche Kraft die Natur oft für uns bereit hält, erkennt man erst, wenn man sich mit diesem Thema ein bisschen genauer beschäftigt.©SalzburgerLand Tourismus

Der Salzburger Bauernherbst – ein Hochgenuss

Apropos Kulinarik. Diese gehört ja zum Bauernherbst, wie das Feiern, das Tanzen und auch die Musik. Damit die vielen Gäste der über 2.000 Veranstaltungen im ganzen Land auch geschmacklich voll und ganz auf ihre Kosten kommen, verarbeiten die vielen Bauernhebst-Wirte die Ernte des Sommers und servieren Köstlichkeiten, die nach alten, überlieferten Rezepten zubereitet werden. Leicht zu erkennen sind diese Wirte an der Bauernherbst-Heukugel in den Eingangsbereichen der Wirtschaften. Knoflkas und Bauerngselchtes, Speck und würzige Würste, Bratln und Krapfen, Kasnockn und Kaspressknödel sind nur einige der Köstlichkeiten, die ich mir bald schon wieder auf der Zunge zergehen lassen werde. Kaum denke ich daran, läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen.

Gemütliches Hoagaschtn: zusammensitzen, genießen, reden und die wunderbare Musik des SalzburgerLandes in sich aufsaugen.©SalzburgerLand Tourismus Gemütliches Hoagaschtn: zusammensitzen, genießen, reden und die wunderbare Musik des SalzburgerLandes in sich aufsaugen.©SalzburgerLand Tourismus

Jäh werde ich vom Bremsen des Zuges aus meinen Träumen gerissen. „Salzburg Hauptbahnhof, wir erreichen in Kürze Salzburg Hauptbahnhof“. Mein Umsteigebahnhof! Von hier aus sind so ziemlich alle der 72 Bauernherbst-Orte erreichbar. Wohin es mich diesmal zieht? Zuerst einmal in Richtung Berge, dann sehen wir weiter. Auch das ist eine der ganz schönen Dinge am Bauernherbst: er steckt immer wieder voller Überraschungen und ganz genau weiß man nie, was einen erwartet. Nur eines ist sicher: es wird wie immer schön!

Nähere Infos: www.bauernherbst.com

©SalzburgerLand Tourismus - Edward Groeger ©SalzburgerLand Tourismus - Edward Groeger

 
 
 
 

Peter Zeitlhofer
Von Neugier getrieben’ – diese Worte kommen Peter Zeitlhofer wohl schon ziemlich nahe. Egal ob am Segelboot, im Tiefschnee, unterwegs in Stadt und Land, oder auf einer seinen vielen Reisen – er ist immer auf der Suche nach Neuem, nach dem Besonderen, probiert so ziemlich alles aus und liebt es, darüber zu reden und zu berichten.
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