25.12.2016

Benvenuti a Firenze - Winterstimmung auf italienisch


TRAVEL
Text — Mela Mörtenbäck



Wenn die Temperaturen nicht mehr drückend sind wie im Hochsommer und die Gassen nicht mehr ganz so voll von Touristen aus aller Welt sind, beginnt eine besonders reizvolle Zeit für eine Reise in die Toskana. Wie wäre es also mit einem winterlichen Ausflug nach Florenz?

Mit dem neuen ÖBB nightjet ist die Anreise nach Florenz ganz einfach und bequem über Nacht möglich einfach um 19:23 Uhr in Wien ein- und am nächsten Tag um 06:07 Uhr in Florenz aussteigen. Und nach Ankunft ausgeruht mit einem italienischen Frühstück begleitet von dem Brummen der Vespas, dem Hupen der ungeduldigen Autofahrer, den leisen Tönen der Straßenmusiker und den lautstarken Rufe der Italiener in den Tag starten... benvenuti a Firenze! Es dauert keine fünf Minuten bis man sich nach Ankunft am Bahnhof Santa Maria Novella mitten im trubeligen Leben der toskanischen Hauptstadt wiederfindet. Und keine weiteren fünf, um am Piazza del Duomo und somit direkt vor der berühmten Kathedrale Santa Maria del Fiore zu stehen. Die viertgrößte Kirche der Welt ist der wohl beeindruckendste Bau der Stadt, die Kuppel immer wieder zwischen den engen Gassen zu erblicken. Neben der Besichtigung der Kathedrale selbst, lohnt sich die Begehung von Giottos Glockenturm. 85 Meter ist er hoch, und auch wenn der Aufstieg über die enge Treppe sich schnell in den Beinen bemerkbar macht, die Mühe lohnt. Oben angekommen eröffnet sich ein 360° Panorama über die Stadt und weit darüber hinaus in die charakteristische, toskanische Hügellandschaft. Vor allem in der Abendsonne ist der Ausblick besonders reizvoll wenn die letzten Sonnenstrahlen des Tages die Stadt in ein warmes, goldenes Licht tauchen.

Santa Maria del Fiore (c) Mela Mörtenbeck Santa Maria del Fiore (c) Mela Mörtenbeck

 

Blick vom Glockenturm (c) Mela Mörtenbeck Blick vom Glockenturm (c) Mela Mörtenbeck



florenz_glockenturm_individualicious-43 Glockenturm (c) Mela Mörtenbeck

Es sind nur wenige Gehminuten durch die alten, historischen Gassen, um zu einer der wohl berühmtesten Kunstsammlungen der Welt zu gelangen zum Palazzo degli Uffizi, wo die Medici-Familie zahlreiche Werke bedeutender Künstler ihrer Zeit zusammengetragen hat. Vom Piazza del Duomo zu den Uffizien lohnen zwei Wege einmal direkt über die Via dei Calzaiuoli, wo man zugleich den Piazza della Signora mit dem Rathaus, den Palazzo Vecchio, sowie die berühmte Kopie von Michelangelos David passiert, oder etwa über die Via Calimala, um am Fontana del Porcellino dem eigenen Glück etwas auf die Sprünge zu helfen.

florenz_individualicious-8 (c) Mela Mörtenbeck

  Wer die Uffizien erstmal hinter sich gelassen hat, gelangt ans Ufer des Arno und erhascht zugleich den ersten Blick auf die berühmte Ponte Vecchio ohne Zweifel eines der faszinierendsten Bauwerke der Stadt. Einst Schauplatz für Schlachter und Gerber, finden sich heute Juweliere, Gold- und Silberschmiede Tür an Tür, die zahlreiche Touristen anlocken. Aufgrund der besonderen Architektur ist die Ponte Vecchio stets gut besucht, doch in den Abendstunden wird es ruhiger. Für den ungestörten Blick lohnt darüber hinaus ein kurzer Spaziergang zur nächstgelegenen Ponte Santa Trinita.

Ponte Vecchio (c) Mela Mörtenbeck Ponte Vecchio (c) Mela Mörtenbeck



(c) Mela Mörtenbeck Juweliere, Gold- und Silberschmiede Tür an Tür (c) Mela Mörtenbeck

Erstmal am Arno, sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, um den bei Touristen noch eher wenig bekannten Stadtteil Oltrarno zu erkunden. Über die Via de Guicciardini führt der Stadtbummel vorbei am Palazzo Pitti mit dem eindrucksvollen Giardino di Boboli, weiter hinein in die weitaus ruhigeren Gassen rund um den Piazza Santo Spirito. Das Viertel, wortwörtlich auf der anderen Seite des Arno , wirkt noch sehr ursprünglich, über die Jahre hinweg siedelten sich traditionelle Handwerksbetrieben an. Heute mischt sich darunter eine junge, aufstrebende Design- und Gastronomieszene, so dass sich Oltrarno immer mehr zu einem echten Geheimtipp entwickelt.

Oltrarno (c) Mela Mörtenbeck Oltrarno (c) Mela Mörtenbeck



(c) Mela Mörtenbeck (c) Mela Mörtenbeck



(c) Mela Mörtenbeck (c) Mela Mörtenbeck

Ein weiterer Tipp für einen Einkaufsbummel fernab der typisch touristischen Souvenirläden ist etwa vom Dom aus in östliche Richtung rund um die Via Pietrapiana. Und dann wäre da natürlich der berühmte Ledermarkt in den Straßen rund um den Mercato Centrale, ein buntes Treiben welches man sich rein zum Beobachten schon nicht entgehen lassen sollte. Den besten Ausblick über die Stadt? Liefert ohne Zweifel der Piazzale Michelangelo auf der südlichen Seite des Arno gelegen. Vom Zentrum ist der etwa halbstündige Spaziergang eine lohnenswerte Abwechslung zum hektischen Treiben in der Altstadt. Und erstmal auf der großzügigen Terrasse angekommen, kann man sich von diesem Ausblick garantiert nicht so schnell trennen...
 
 
 
 

Mela Mörtenbäck

ist leidenschaftliche Weltenbummlerin mit einem Faible für außergewöhnliche Unterkünfte, charmante Cafés und kleine Läden. Auf individualicious erzählt sie von ihren Reisen – und noch ein bisschen mehr.

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