29.03.2018

Die 5 schönsten Hütten wanderungen in Österreich


ENTSPANNT UNTERWEGS
Autor — Lea Hajner



Der deutsche Schriftsteller Theodor Heuss sagte einst: "Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein." Wer beides miteinander vereinen möchte, reist am besten zu einem der hier vorgestellten Wanderwege. Denn dort findet man wunderschöne Strecken, die es Schritt für Schritt zu bewältigen gilt. Und mit jedem Schritt lässt man den Alltag, den alltäglichen Stress und - mit etwas Glück - selbst das Handynetz hinter sich. Es ist schon erstaunlich, wie schnell ein wenig Wandern für einen freien Kopf sorgen kann. Ganz gleich, ob man zwei Tage oder eine Woche unterwegs ist.


Der Lechweg in Vorarlberg/Tirol/Allgäu

Als idealer Weitwanderweg für Anfänger und Einsteiger bietet sich dieser Weitwanderweg im Westen Österreichs an. Er beginnt an der Quelle des Lechs, unmittelbar am Formarinsee in Vorarlberg. Der leuchtend blaue Bergsee wurde vor einigen Jahren sogar zum schönsten Platz des Landes gekürt. In 5 - 8 Etappen kann man die gesamte Strecke entlang einer der letzten Wildflusslandschaften in Europa nach Füssen im Allgäu erwandern.
Während es die ersten drei Tage noch recht alpin zugeht, führt der Weg ab der Hälfte weitgehend durchs eher flache Lechtal. Da man am Lechweg durch viele Ortschaften kommt, steht ein wenig Luxus in Form von Hotelnächten nichts im Wege. Es gibt sogar auf Bestellung einen Gepäck-Shuttle. Nicht ohne Grund ist der Weg zertifiziert, und zwar als Leading Quality Trail. Der erste seiner Art in Europa.

Mein Tipp: Beim Formarinsee kann man in der Freiburger Hütte übernachten und am nächsten Morgen direkt ins Wandervergnügen starten!

 



Am Formarinsee in Vorarlberg startet der 125 km lange Weitwanderweg. (c) Lea Hajner

Anreise: Wer den gesamten Weg gehen möchte, reist am besten mit der Bahn bis Langen am Arlberg an und nimmt dann den Bus nach Lech. Von Lech zum Formarinsee verkehren im Sommer Shuttlebusse für die Wanderer.


4 Berge, 3 Seen im Salzkammergut


In vier Etappen führt diese ca. 57 km lange Mehrtages-Wanderung durchs schöne Salzkammergut. Eine Abkühlung im Fuschlsee, Wolfgangsee oder Mondsee hat man sich nämlich erst so richtig verdient, nachdem man die Seen von einem Gipfel aus gesehen hat. Und davon liegen immerhin vier am Weg. Die Wanderung ist außerdem mit einer Seilbahn- und sogar einer Schifffahrt kombinierbar, was nicht nur komfortabel, sondern auch abwechslungsreich ist.

Mein Tipp: Auf keinen Fall sollte man dabei die berühmten Steckerlfische aus dem Salzkammergut verpassen. Die frisch geräucherten Fische am Stecken schmecken nach einem langen Wandertag natürlich doppelt so gut, zB in der Schloss-Fischerei am Fuschlsee.



Vom Schafberg lässt sich der Ausblick bestens genießen. (c) Lea Hajner


Anreise: Von Salzburg aus verkehren stündlich Busse (Bus 150) nach Fuschl am See, dem Ausgangsort für die Rundwanderung.


Stubaier Höhenweg in Tirol


8.000 Höhenmeter in acht Tagen ist die Ansage des ca. 100 km langen Stubaier Höhenwegs. Hier werden Ausdauer, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und auch die Ausrüstung so richtig auf die Probe gestellt! Die acht Hütten am Weg bieten Platz zum Erholen und kräftige Alpenküche, um Energie für den nächsten Tag zu tanken.
Mein Tipp: Wem der Höhenweg eine Nummer zu groß ist, der macht einfach Urlaub im Tal und erwandert Teile des Weges und der Gipfel vom Tal aus. Die Tageswanderung zur Sulzenauhütte und weiter zur Blauen Lacke ist besonders eindrucksvoll!

 



Die Sulzenauhütte am Stubaier Höhenweg ist ein beliebter Aufenthaltsort für Familien und Kletterfexe. (c) Lea Hajner



Über den WildWasserWeg und die Sulzenau Alm führt der Weg aus dem Tal bis zur Sulzenauhütte, die man am Bild gerade noch erspähen kann. (c) Lea Hajner


Wildseeloder - der mystische Bergsee in Tirol


Die perfekte erste Hüttennacht beginnt mit einem nicht allzu anstrengenden Aufstieg von der Bergstation der Seilbahnen in Fieberbrunn. Vom Lärchfilzkogel führt ein gut befestigter Weg in Richtung Wildseeloder. Das Ziel hat man schnell vor Augen, da geht es sich besonders leicht.
Nach nur einer Stunde (300 Höhenmeter) erreicht man das Wildseeloderhaus am Ufer des pechschwarzen Bergsees. In weiteren 45 Minuten steht man am Gipfel des Wildseeloders oder der Henne. Klettersteig-Fans freuen sich über drei mögliche Touren unmittelbar vor der Haustüre und Genusswanderer über eine Runde im Holzboot am See und ein anschließendes Glas Wein auf der Terrasse der Hütte. So lässt es sich leben in den Bergen!


Anreise: Um zur Wanderung zu gelangen, geht es zuerst mit der Bergbahn in Fieberbrunn auf den Lärchenfilzkogel. Vom Bahnhof Fieberbrunn fährt der Bus (Linie 690) direkt zur Talstation.



Wie einem Märchenbuch entsprungen, fügen sich Bergsee und Hütte in die Landschaft ein. (c) Lea Hajner



Der Einstieg zum Marroka Klettersteig liegt in unmittelbarer Nähe der Hütte und bietet einen abwechslungsreichen Anstieg zum Gipfel. (c) Lea Hajner

Abenteuer am Ötscher in Niederösterreich


Wildromantisch plätschert das Wasser in den Ötschergräben vor sich hin. Eine beeindruckende Schlucht, die man nur verlässt, um den beliebten Ausflugsberg über den rauen Kamm zu besteigen. Bei trockenen Verhältnissen und ein bisschen Erfahrung ein Highlight für viele Bergsteiger. Das Ötscherschutzhaus auf der anderen Seite des Berges liegt ideal für einen Sundowner mit Aussicht. Am nächsten Tag geht es zurück über die Jausenstation Ötscherhias, wobei man sich einen erfrischenden Sprung ins glasklare Wasser nicht entgehen lassen sollte!

Anreise: Los geht es beim Parkplatz Naturparkzentrum Ötscher-Basis. Öffentlich erreicht man diesen mit der Mariazellerbahn bis zur Station Wienerbruck (5 min vom Naturparkzentrum entfernt).



Lange Kammwanderungen zeichnen diese Tour aus. (c) Lea Hajner

 

 
 
 

Lea Hajner
ist Reisejournalistin. Sie mag schöne Geschichten aus fernen Ländern. Und sie erzählt gerne schöne Geschichten, mal aus der Ferne mal aus der unmittelbaren Umgebung. Es sind  Geschichten vom Reisen, vom Fernweh, von schönen Begegnungen und abenteuerlichen Ausflügen in die Natur.
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