16.05.2018

Cityguide Venedig


AUSFLUGSZIELE
Autor — Janina Lebiszczak



Millionen Touristen können nicht irren: Man kann die Lagunenstadt aber auch genießen, ohne das Standardprogramm herunterzuspulen.

Lustwandeln und durchatmen: Ein Venezianer muss sich im Schnitt mit 1,5 m² öffentlichem Garten begnügen - im Vergleich zu Wien mit 16,5 m² pro Einwohner klingt das erstmal ziemlich karg. Einst waren die wenigen Grünoasen den Reichen und Adeligen vorbehalten, heute kann man sie besuchen - die geheimen Gärten der Lagunenstadt. Über 500 Stück sind es und ein paar dieser wundervollen Oasen der Ruhe sollte man sich auf jeden Fall ansehen. Der schönste Garten gehörte der Kunstmäzenin Peggy Guggenheim und liegt direkt am Canale Grande. Dort, im Palazzo Venier dei Leoni, findet man nicht nur Blütenpracht, sondern auch jede Menge Kunst - und die Gräber ihrer geliebten Hunde und Katzen. Auch sie selbst hat in ihrem privaten Garten Eden die letzte Ruhe gefunden. Der "Tod in Venedig" wirkt farbenfroher als anderswo. Wer noch mehr Grün sehen will: Unter www.olivareisen.at können Sie eine große Garten-Tour buchen, samt Besuch der herrlichen Gemüse-Insel San Erasmo.



Das grüne Venedig existiert. Man muss nur ein wenig suchen. Credit: Pxhere

 

In Namen des Vaters: In Venedig gibt es etwa 200 Kirchen, davon alleine 100 auf der Hauptinsel. Der Klassiker, eh klar: der Markusdom am gleichnamigen Platz. Beeindruckend, weltberühmt und so voll, dass man bald nach Atem ringt. Die Kathedrale ist eine Kombination von byzantinischen, gotischen, maurischen und Renaissance-Baustilen, schon alleine das haut so manchen Besucher um vor lauter Reizüberflutung - und dann noch die tausenden Touristen. Pro-Tipp: Wecker auf 6 Uhr stellen und den Markusplatz fast alleine genießen. Und jetzt noch ein Geheimtipp: die Chiesa di San Pantaleone Martire, bekannt als San Pantalon. Von außen wirkt sie schlicht, innen stockt einem der Atem: Das gigantische, aus 40 Leinwandelementen zusammengesetzte Deckenbild verdreht uns den Kopf. Innerhalb illusionistischer Architektur wurde hier das Martyrium des Heiligen Pantaleon von Gianantonio Fumiani erschaffen. Unvergesslich! Eines noch: Unter http://www.veneziaupt.org sind viele Kirchen aufgelistet, die man kostenlos besichtigen kann.



Am Markusplatz gibt es nicht nur Touristen, hier flanieren auch fesche Geistliche. Credit: Janina Lebiszczak

 

Schöne Aussichten: Ja, wir haben´s getan: Wir haben uns zwei Nächte im berühmten Hotel Danieli geleistet. Immerhin: Es ist mehr als eine Unterkunft, es ist ein Museum - da weint die Geldbörse gleich viel leiser. Der Palazzo wurde im frühen 14. Jahrhundert von der Dogen-Familie Dandolo gebaut, zu dieser Zeit war er das schönste Gebäude in Venedig, heute gehört er immer noch zu den Top Ten. Wo sich schon Angelina Jolie und Johnny Depp in "The Tourist" küssten, kamen auch wir aus dem Staunen nicht heraus. Aus den meisten Fenstern hat man einen traumhaften Blick auf die Lagune, doch egal ob Gast oder nicht: Ein Prosecco oder ein Cappuccino auf der für jeden zugänglichen Dachterrasse ist ein Muss. Der Ausblick ist fast noch bezaubernder als das geschichtsträchtige Interieur des Danieli. Ein Tipp für Freunde des kleinen Budgets: Das "Giorgione" in einem Palazzo aus dem 15. Jahrhundert ist erstaunlich günstig für Lage und Ausstattung. 

 



Traumhafte Aus- und Ansichten: Das Danieli ist mehr als bloß ein Hotel. Credit: Janina Lebiszczak



Auf der Terrasse des Danieli. Credit: Janina Lebiszczak

 

Hoch die Taschen: Shopping in Venedig ist gefährlich. In diesem traumhaften Ambiente wirkt sogar Kitsch edler als anderswo. Unsere drei Favoriten:


1. Die Hochwasser-Buchhandlung, die "Libreria Acqua Alta": Der bis oben hin mit Büchern, Karten und Kunstdrucken vollgestopfte Laden befindet sich ein paar Schritte vom Platz San Giovanni e Paolo entfernt und ist auch bei Katzenliebhabern beliebt. Friedlich schnurren und schlafen die vielfotografierten Miezen von Besitzer Luigi Frizzo auf seinen Schätzen.


2. Brauchen wir das? Wir brauchen das! Die handgefertigten traditionellen Masken sind auch als Wandschmuck ein echter Hingucker und verwandeln uns zum Star auf jedem Gschnas. Die atemberaubende Kreativität des Maskenherstellers Tragicomica in der Calle dei Nomboli ragt aus der Masse heraus.


3. Glaskunst oder Leder? Nach dem Maskenkauf mussten wir vernünftig bleiben - der Ausflug auf die berühmte Murano-Insel wurde gestrichen. Falls Sie unvernünftiger sind: Die Glasbläsereien von Murano sind weltberühmt und haben eine lange Geschichte, also nichts wie hin. Wir haben unseren niederen Instinkten nachgegeben und waren Taschen kaufen. Bei "Il Grifone" in der Nähe der Basilica dei Frari gibt es Einzelstücke direkt vom Meister.



Ob Bücher, Glas, Leder oder Maskenkunst - in Venedig kauft man sich schnell in einen Rausch. Credit: Janina Lebiszczak

 

Verschaukeln lassen: Gondelfahren? Kann hier jeder - wobei die Qualität der Touren doch sehr variiert. Wir haben nach dem Dinner ganz spontan eine nächtliche Tour mit einem englischsprachigen Gondolieri gemacht - im Dunkeln wirkt die Stadt noch geheimnisvoller als untertags. Fragen Sie auf jeden Fall, ob die Tour auch durch die Seitenkanäle führt und rechnen Sie mit ca. 100 Euro/Stunde. Ein Tipp für alle, die mehr wissen wollen: San Trovaso aus dem frühen 17. Jahrhundert ist eine der schönsten Squeri (Bootswerften) der Stadt. Hier ist alles windschief und aus Holz, ein herrlicher Gegensatz zur steinernen Pracht Venedigs. Die bedeutendsten Gondelbauer, die in Venedig noch tätig sind, arbeiten allerdings an der Ponte Sartorio. Weniger pittoresk, dafür umso lehrreicher.



Gehört dazu und zahlt sich auch aus: eine Gondelfahrt durch die Seitenarme der Canali. Credits: Pixabay

Anreise: Mit dem Nightjet nach Venedig - sollte man unbedingt mal gemacht haben! Stressfrei von Wien und Salzburg aus.

 
 
 
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