08.08.2018

Sommerloch - was tun? Diese Veranstaltungen helfen bei akuter Fadheit


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Autor — Adil Baktir



Da ist es wieder, das Sommerloch. Dieser komische Zeit- und Geisteszustand zwischen vor dem Urlaub und nach dem Urlaub.

Vor dem Urlaub möchte man sich eigentlich schon bei jeder Gelegenheit davonstehlen: Ein Omabesuch hier, ein Wochenendtrip da. Hauptsache weg. Nach dem Urlaub wiederum braucht man erst einmal Urlaub vom Urlaub. Hauptsache weg. Und zwar mit der Bahn. Aber wohin in Österreich? Wo gibt´s was? Was Gutes? In der Nähe?

Bevor einem vor lauter Fragen die Hitze zu Kopfe steigt, sollte man einmal tief durchatmen, die sonnigen, menschenleeren Straßen auf- und abschauen und sich im Klaren sein: In Österreich ist während des Sommers voll viel los!

Einige Highlights haben wir für dich in unserem kleinen, feinen Sommer-Guide zusammengefasst. Hier findest du traditionsreiche und nachhaltige Veranstaltungsorte und -stätten.

Zur Orientierung helfen dir die Kategorien Musik, Kultur und Genuss.

Musik

Den Anfang macht das Picknickkonzert im August 2018 im Schlosspark Esterházy in Eisenstadt. Was die meisten nicht wissen: Jedes Jahr finden dort fantastische Konzerte zu Ehren Haydns statt. Der erste Komponist der sogenannten Wiener Klassik und eine Zeit lang Lehrer Mozarts hatte zu Lebzeiten einen phänomenalen künstlerischen Output. Mehr als 100 Symphonien tragen seine Unterschrift; eine Garantie für weitere 100 Jahre Picknickkonzerte in der idyllischen Atmosphäre Schloss Esterházys.

2018 ist der israelische Mandolinenvirtuose Avi Avital dran, über den sogar die Hamburger Morgenpost schreibt: "Mit ihm klingt die leicht angestaubte Mandoline wieder sexy." Gemeinsam mit der Haydn-Philharmonie spielt er nicht nur Werke des Großmeisters. Auf dem Menü stehen, neben Vivaldi und Rossini, Artischockencreme auf Garnelensalat, Vitello tonnato und Tiramisu im Glas.

Bis Jahresende kann man in Bad Schallerbach das renommierte Kurorchester in seinem natürlichen Lebensraum dabei beobachten, wie es Seelen mit seinen Klängen beflügelt. Zum Glück ist Musik nur eine von vielen Bestandteilen des Musiksommers. Theateraufführungen, Kabarett und andere Kunstformate finden beim Publikum ebenso großen Anklang.

Am besten navigiert man aber selber durch das dichte Programm.

Die Seefestspiele Mörbisch: Das Mekka der Operettenbegeisterten und allen, die es noch werden wollen. Neben den aufgeführten Stücken bieten die aufwändigen Bühnenbilder und der Blick dahinter auf den Neusiedlersee ein ganz besonderes Flair, das zum Träumen einlädt. Spätestens, wenn während des Stückes die Sonne untergeht und die Bühne in ein einzigartiges Licht taucht, kann man sich ganz dem Anblick hingeben. Gekrönt wird der Abend durch ein perfekt abgestimmtes Feuerwerk zur Musik des zuvor gesehenen Stückes.

Die Festspiele kann man außerdem mit einer traumhaften Pilgerreise direkt zum Neusiedler See verbinden. Um den Besuch so entspannt wie möglich zu gestalten, empfehlen wir, sich rechtzeitig Karten zu sichern.

Kultur & Ausstellungen

Wer einfach seine Ruhe genießen und dabei etwas lernen will, der ist von Ausstellungen nicht einmal mit 40 Pferden wegzubekommen. Zu groß die Neugier, die Wissbegierde und das fluchtartige Entkommen aus dem Alltagsgrau, das uns farbenblind macht. Dabei gibt es jährlich so viele fantastische Veranstaltungen in Österreich, von Ausstellungen über Festwochen bis hin zu Kultursommern. Man könnte meinen, die Kultur wird einem hier nachgeworfen. Höchste Zeit, dass wir uns bücken und sie vom Boden aufheben, sie entstauben und sie bewundern.

Eine Stadt als Ausstellungsraum? Ja, wo gibt´s denn sowas? Die größte Fotoausstellung der Welt macht Stopp in Baden bei Wien, wo sich das ganze Stadtbild mitverändert. Die Open Air Galerie, die dadurch entsteht, ist absolut sehenswert.

Beim Höhenrausch im OÖ Kulturquartier in Linz begibt man sich 2018 an andere Ufer. Das Ganze findet im Rahmen des Kulturprojekts DonauArt statt, bei dem sich jedes Jahr verschiedene Institutionen und künstlerische Positionen mit verschiedenen Themen und dem Donauraum auseinandersetzen.

Genuss

Unser Geschmackssinn verschlägt uns nach Niederösterreich. Jahr für Jahr findet dort das Tafeln im Weinviertel statt. Das Konzept ist simpel: Im Schatten der Windmühle bei Retz wird ein langer Tisch gedeckt und während man umgeben von Weinreben ein von Spitzenköchen zubereitetes 5-Gänge-Menü genießt, geht langsam die Sonne unter. Der pfeffrige Grüne Veltliner von Winzern aus der Umgebung sorgt für die passende Weinbegleitung. Danach ist man auf jeden Fall um ein paar Kilo glücklicher.

Gourmet-Bubble im Herzen der Steiermark. Graz, die inoffizielle Genusshauptstadt Österreichs, bietet spannende Geschmackserlebnisse und Gaumenkunst vom Feinsten. Die Altstadt wird zur Speisemeile, auf der man im charmanten Ambiente des Renaissance-Landhaushofes sowohl Bier als auch Wein verkosten kann. Damit der Genuss nicht zu Kopf steigt, verwöhnt ein 4-Gänge-Menü nicht nur das Auge, sondern auch den Magen. Ganz klares Motto: Lass dich gehen, oder rollen, wie es dir beliebt.

Falls also das nächste Mal jemand sagen sollte, es gebe in Österreich zur Sommerzeit nichts zu tun, zeig ihm oder ihr diesen Artikel. Und dann einfach hinaus, in die weite Welt hinein und Neues erleben. Am besten bewusst und nachhaltig.

 
 
 
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