31.08.2018

Auf Schmankerltour durch die Wachau


ENTSPANNT UNTERWEGS
Autor — Valentina Seisenbacher



Sommerzeit ist bei uns Schmankerlzeit. Wobei, wenn wir ehrlich sind, gilt das in Österreich ja für jede Jahreszeit. Richten wir unseren Blick diesmal auf die Wachau, glänzt diese vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten, wenn die Winzer des Donautals ihre neuen Weine vorstellen, endlich wieder die lang ersehnte Marillenzeit angebrochen ist und wir das herrlich süße Aroma der runden Frucht schon förmlich schmecken können. Abgesehen davon, dass sich schon allein das Naturschauspiel der blühenden Marillenbäume, kombiniert mit dem Anblick der steilen Weinterrassen im Hintergrund, von Jahr zu Jahr zunehmender Beliebtheit erfreut, verstehen sich die Wachauer Gastronomen sehr gut darauf, den Feinschmeckern dieses Landes was zum Reden (und Probieren) zu bieten. Es ist fast schon überflüssig, auf die goldene österreichische Regel zu pochen, zu Marille niemals Aprikose zu sagen, doch wir wollen es trotzdem erwähnen, denn sicher ist sicher.

Wachau

Um die Vielfalt der Wachauer Schmankerl am eigenen Leibe zu erfahren, bietet sich auch im Spätsommer eine Radtour durch das schöne Donautal von Melk bis Krems oder umgekehrt an. Mit dem Zug bist du schnell einmal in einer der beiden Städte und musst dir nicht den Kopf darüber zerbrechen, wenn du kein eigenes Fahrrad besitzt, denn glücklicherweise sind genügend Radverleihe in der Region vorhanden. Sobald du dich also elegant auf deinen Fahrradsattel geschwungen hast und die Tatsache ignorierst, dass du dir diesen bequemer vorgestellt hast, fängst du langsam an die Umgebung richtig wahrzunehmen und alles auf dich wirken zu lassen. Während du gemütlich vor dich hin radelst, spürst du den Wind in deinen Haaren, riechst den warmen Duft des Sommers und genießt noch die letzten warmen Sonnenstrahlen, die deine Nasenspitze kitzeln. Und plötzlich hörst und spürst du es – das Knurren deines Magens. Und dir wird klar, dass es höchste Zeit ist, einen Zwischenstopp bei einem Marillenbauer, Winzer oder Restaurant einzulegen.

Aber was zuerst?

Empfehlenswert ist es, eingangs etwas Handfestes zu verspeisen, bevor man sich der Verführung der hochwertigen Tropfen Grünen Veltliners oder Rieslings hingibt. Da du ja gerade erst sportlich aktiv warst, darfst du dir guten Gewissens auch eine kleine, aber feine Kalorienbombe gönnen. Immerhin musst du ja deine Energiespeicher für die spätere Weiterfahrt auf dem Rad wieder auftanken, nachdem du diese gerade leergeradelt hast.

Marillen Knoedel

Was eignet sich dafür besser, als eine gute Portion saftig süßer Marillenknödel? Schon klar, für den Rest der Welt wäre das wahrscheinlich eine Nachspeise, aber wir Österreicher verstehen uns ja recht gut darauf, Süßes als Hauptgang zu servieren. Was soll man machen: Wenn’s schmeckt, dann schmeckt’s halt. Ein zweiter Gang darf nicht fehlen, immerhin gibt es einiges, das probiert werden möchte. Wie wäre es zum Beispiel mit Palatschinken gefüllt mit frischer Marillenmarmelade? Oder ist dir eher nach Abkühlung zumute und du brauchst unbedingt diese Portion Eismarillenknödel, bevor du die Weiterfahrt antrittst?

Wein_Wachau

Pause muss sein

Gut gestärkt geht es mit dem Rad weiter die Donau entlang, während du dem köstlichen Mittagessen noch hinterherschwärmst. Doch bald bekommst du Durst und legst beim nächsten Winzer eine Pause ein, um endlich diesen Wein zu kosten, von dem dir immer alle vorschwärmen. Vorm Panorama der steilen Weinterrassen genießt du ein Achterl Grünen Veltliner hier und eine Kostprobe des Rieslings da und, schwuppdiwupp, hast du die wichtigsten Rebsorten der Wachau probiert. Und weil es gerade so schön ist, kaufst du noch ein Flascherl für das Wachau-Gefühl zu Hause.

Radfahren_Wachau

Und damit Familie und Freunde, die der Ansicht waren, dass ein Ausflug mit dem Rad bei sommerlichen Temperaturen zu anstrengend wäre, etwas von deiner Schmankerltour haben, fasst du dir ein Herz und machst einen Abstecher, um ein paar köstliche Mitbringsel zu besorgen. Die große Auswahl an hochqualitativen Produkten macht es dir aber nicht leicht und so beschließt du, dich einfach quer durchs schmackhafte Sortiment von Marmelade bis Likör zu kaufen. Vom eigenen Marillenbäumchen für den Garten machst du aber doch noch rechtzeitig einen Schritt zurück – den kann man weder essen noch passt er aufs Radl.

Am Bahnhof angekommen, trittst du nach deiner erfolgreichen Schmankerltour ganz entspannt die Heimreise an und träumst im Zug noch etwas von den Marillenknödeln.

Tipp: Der ÖBB Spezialzug, Radtramper Donau, fährt täglich vom 1. Mai bis 26. Oktober 2018 nach Passau und in die Wachau und bietet Platz für 75 Fahrräder.

 
 
 
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