14.09.2018

Auf den Spuren des Wiener Wassers - entdecke die erste Wiener Hochquellenleitung hautnah


Autor — Valentina Seisenbacher



Wieder so ein Wochenende, das herbstliche Sonnenlicht tänzelt durchs Fenster deiner Wiener Wohnung auf deiner Nase herum und zaubert dir ein strahlendes Lächeln ins Gesicht. Deine gute Laune ist nahezu greifbar und es scheint wie eine Verschwendung, das wundervolle Wetter einfach vorbeiziehen zu lassen, um den Tag nur zu Hause lümmelnd auf dem Sofa zu verbringen. Du bist motiviert, etwas zu erleben, aber was? Gerade im Herbst bietet sich eine schöne Wanderung an, denn keine andere Jahreszeit hat so ein Farbenspiel zu bieten. Auf dem Weg entlang der ersten Wiener Hochquellenleitung, die rund 40 Prozent des Wiener Wasseraufkommens deckt, gibt es immer was zu entdecken. Ein Plus: Die Strecke bietet nicht nur Wanderspaß für Erwachsene, sondern ist auch für Kinder bestens geeignet.

Wir empfehlen dir das etwa 14 Kilometer lange letzte Stückerl der insgesamt rund 112 Kilometer langen ersten Hochquellenleitung, das dich von Bad Vöslau bis nach Mödling führt. Da du dich entlang der historischen ersten Leitung des berühmten Wiener Wassers bewegst, versorgen wir dich sowohl mit Infos zur Route als auch mit Fakten zur Leitung selbst.

Mit dem Zug reist du ganz entspannt nach Bad Vöslau, um von dort aus die Erkundung der 1873 eröffneten Leitung zu starten, die damals Kaiser-Franz-Josef-Hochquellenleitung genannt wurde. Dieser ließ die Leitung erbauen, um die wachsende Stadt Wien vor zunehmend schlechter Grundwasserqualität zu schützen (beziehungsweise den feinen Damen und Herren des österreichischen Adels Trinkwasser in bester Qualität zu liefern).

Das erste Ziel auf deiner circa vierstündigen Wanderung ist das Aquädukt in Baden. Schon aus der Ferne kannst du das beeindruckende Bauwerk erspähen, das langsam zwischen den Bäumen hervorblinzelt und mit jedem deiner Schritte zu wachsen scheint. In 28 Metern Höhe fließt hier das Wasser aus den Quellen des Rax- und Schneeberggebiets Richtung Hauptstadt über deinen Kopf hinweg.

Beim Überqueren der Hildegardbrücke über die Schwechat hältst du einen Moment inne, um die Natur mit all deinen Sinnen in dir aufzunehmen. Du hörst das Rauschen des Wassers, riechst den feuchten Boden um dich herum, spürst die frische Luft auf deiner Haut und genießt die Farbenvielfalt der sich langsam verfärbenden Laubbäume.

Es geht vorbei am Badner Thermalbad sowie am berühmten Casino der Stadt, wo ihr kurz innehalten und den Anblick der Wasserspiele vor der Spielhölle, pardon: -halle genießen könnt.

Und weil ein Schluckerl frisches Wiener Wasser unerlässlich ist, legst du eine kurze Pause beim Wasserleitungshaus am Fuße des Heberlberges ein. Entlang der wunderschönen Weingärten ist sogar die ein oder andere Traubenkostprobe drin. Sieht ja keiner ...

Der letzte Teil der Route Richtung Mödling zählt unserer Meinung nach zu den schönsten der Strecke, da er erneut durch Wald und Weingärten führt und du auf diesen letzten Metern noch einmal dem fließenden, gurgelnden Wasser begegnest.

Wir wünschen dir, dass du nach diesem Ausflug erfolgreich vitalisiert bist. Wenn sich das Herumlümmeln auf dem Sofa plötzlich sehr verlockend anhört, hast du jetzt zumindest einen guten Grund dafür.

Fakten zur Wiener Hochquellenleitung:

 Länge der Route: 14km

  • Dauer: 4 Stunden

  • Schwierigkeitsgrad: leicht, für die ganze Familie von Groß bis Klein bestens geeignet

  • Anreise: Regionalzug (oder S-Bahn) bis Bahnhof Bad Vöslau

  • Abreise: Regionalzug (oder S-Bahn) ab Bahnhof Mödling

 
 
 
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