15.02.2015

Auf der Turrach von Kontemplation zu Kreativität


TRAVEL
Text — Danielle Spera



Wenn eine siebenköpfige Familie verreist, kommt ganz schön etwas zusammen. Mein Mann, mein Vater, unsere drei Kinder, unser Neffe und ich versuchen zwar bei jeder Reise so platzsparend wie möglich einzupacken, dennoch stehen wir vor der Abreise immer vor dem Frage, wie wir unser gesamtes Gepäck von A nach B transportieren. Auch wenn die Kinder nicht mehr so klein sind, dass sie in den Sommerurlaub vom Schlauchboot bis zur schwimmenden Plastikinsel alles mitnehmen möchten, so gestalten sich die Winterurlaube immer noch herausfordernd. So möchte jedes Kind Ski, Skischuhe und Snowboard einpacken. Fazit: Der eine oder andere aus unserer kleinen Reisegruppe fährt entspannt mit der Bahn. Dieses Glück trifft meist meinen Vater und mich...

Unser Reiseziel im Winter liegt nicht fern, ist allerdings nicht auf direktem Weg zu erreichen. Die Turracher Höhe stellt bereits seit zwölf Jahren unsere Winterdestination dar. Der Pass über Ausläufer der Gurktaler Alpen liegt auf fast 1.800 Metern und empfängt seine Besucher mit einem idyllischen Bergsee, der im Winter tief gefroren ist und der an eine Landschaft von Breughel erinnert. Der Anblick der Berge und der malerischen Landschaft nimmt einen sofort in seinen Bann. Wer hier einen Ort vermutet, wird vergeblich suchen. Links und rechts der Passstraße befinden sich kleine Ansiedlungen, die zum Teil in der Steiermark und zum anderen Teil in Kärnten liegen. Die Region diente ab dem 17. Jahrhundert als Bergbaugebiet und wurde erst im 20. Jahrhundert touristisch erschlossen. Wer hier angekommen ist, vergisst schnell, dass die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis heute nicht unproblematisch ist. Wir fahren zunächst ganz bequem mit dem Railjet bis Unzmarkt. Die Fahrt vergeht wie im Flug, danach geht es weiter mit der Steiermärkischen Landesbahn, einer kleinen Regionalbahn, die nur bei Bedarf an den vielen Stationen hält. In Predlitz steigen wir aus und werden vom Hotelbus abgeholt. Über die verschlungene Bergstraße, die uns im Winter an einem zugefrorenen Bach mit überdimensionierten Eiszapfen vorbeibringt, fahren wir in Richtung Passhöhe. Auf dem Weg passieren wir den früheren Bergbauort Turrach. Das dortige Gasthaus Bergmann erinnert heute noch an die Geschichte der Region. Es ist ein Muss, dort einzukehren. Küche und Gastfreundschaft sind fast nicht zu übertreffen. Dies gilt in gleichem Maß für unser Hotel, in dem wir uns alle so wohl fühlen, dass kaum eine andere Unterkunft vorstellbar ist. Das Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe bietet neben den vielen Annehmlichkeiten, die andere Hotels auch ermöglichen, das Wortreich , eine Einrichtung, die man mitten in den Nockbergen nicht vermuten würde. Es ist eine umfangreiche und spannend ausgestattete Bibliothek, in der man richtig versinken kann.

Bibliothek Wortreich - (c) Hotel Hochschober Bibliothek Wortreich - (c) Hotel Hochschober

  Doch die prachtvolle Landschaft, die mit dem ausgedehnten Zirbenwald ihresgleichen sucht, lockt den Reisenden bei jedem Wetter hinaus ins Freie. Die tief verschneite Winterlandschaft wirkt wie ein Zauberwald. Spaziergänge oder Wanderungen lassen sofort Kontemplation einkehren. Der hektische Alltag ist verflogen. Es ist ein unübertreffliches Gefühl, Zeit in dieser großartigen, gleichzeitig abgeschiedenen Natur zu verbringen. Für uns ist das die allerbeste Erholung. Für meinen Mann und mich sind die Wanderungen auch eine Gelegenheit, zu reflektieren, Bilanz zu ziehen und Pläne zu schmieden. Von der Kontemplation bis zur Kreativität reicht die Bandbreite der Gefühle, die uns in den Bergen begleiten.

Chinaturm - (c) Hotel Hochschober Chinaturm - (c) Hotel Hochschober

Obwohl stark in der Stadt verwurzelt, bedeutet der Aufenthalt in der Gebirgsregion Erholung und vor allem Abwechslung zu unserem Alltag. Für Ablenkung mitten in der Stille kann man sorgen, indem man sich auf die Skipiste begibt.
 
 
 
 

Danielle Spera
ist Direktorin des Jüdischen Museum Wien und genießt ihren Winterurlaub mit der Familie auf der Turracher Höhe.  
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