05.10.2018

Herbstzeit in Kufstein


AUSFLUGSZIELE
Autor — Susi Mayer



Festung, Seen, Berge und Kultur: Kufstein lebt im Herbst so richtig auf. Ein Stadtportrait mit Veranstaltungstipps.

Wenn die Tage kürzer werden und die Badesachen endgültig im hintersten Teil des Kastens verschwinden, konzentrieren wir uns wieder auf die kulturellen Seiten des Lebens. Diese sind im Kufsteiner Herbst besonders dicht beschrieben.

Festung Kufstein

Die Festung ist der erste Fixpunkt auf der "Things-to-do-Liste". Über die rauen Pflastersteine des unteren Stadtplatzes biege ich in den Festungsvorplatz ein. Von dort führt eine beeindruckende Panoramabahn den steilen Festungsberg hinauf. Oben angekommen, enden schwach beleuchtete, moosbewachsene Gänge im schicken, luftigen Innenhof. Im 60 Meter tiefen Brunnen und seinen übergelagerten wuchtigen Balken stecken über 800 Jahre Geschichte.

Tipp: Im liebevoll angelegten Kräutergarten unbedingt die Nase in die würzigen Heilpflanzen stecken. Hier spürt man förmlich die Macht um altes Wissen und Heiltinkturen. Großer Vorteil beim Strawanzen über die Festungswiesen im Herbst: Die Nacktschneckensaison ist vorbei.



Kufsteinerland © Lolin / TVB Kufsteinerland

 

Herbst-Genusstag in der Festungsstadt

Den Beginn der Oktoberveranstaltungen leitet in Kufstein der Herbst-Genusstag ein. Ich muss mich zusammenreißen, um nicht an den zwei Dutzend Marktständen meinem Impuls nach deftiger Tiroler Kost nachzugeben. Frische Zillertaler Krapfen, würziger Almkäse ... An den Kiachln konnte ich aber schon letztes Jahr nicht vorbeigehen. Meine Füße treten vor Vorfreude auf der Stelle, als das noch brutzelnde, heiße Kiachl mit Sauerkraut endlich über das Marktstandl wandert. Was mir - außer dem Kiachl - besonders gefällt, sind die ansässigen Handwerksbetriebe, denen man am Erntedankfest über die Schulter schauen kann.

Für alle Nicht-Tiroler: Ein Kiachl ist ein traditionelles Gebäck der süddeutschen und österreichischen Küche, das sowohl süß, als auch salzig genossen werden kann:

Mozart im Festspielhaus Erl

Wer sich lieber der Musik hingibt, wird 10 Minuten von Kufstein entfernt fündig. In Erl finden die Tiroler Festspiele statt und widmen ihr kulturelles Erntedankfest 2018 Wolfgang Amadeus Mozart. Faszinierend ist vor allem das Konzerthaus Erl selbst. Mitten auf grüner Flur gelegen, zeichnet die kantige, futuristisch anmutende Architektur mit ihren geraden, spitzen Formen einen krassen Gegensatz zum weichen Gras, der ursprünglichen Natur, den Wäldern und Hängen der Umgebung.

Wie ein dunkles Raumschiff steht es neben seinem weißen, geschwungenen Pendant, dem Passionsspielhaus. Ganz nebenbei beherbergt das Festspielhaus den tiefsten Orchestergraben der Welt, was auch akustisch zur außergewöhnlichen Kulisse beiträgt.



Festspielhaus_Erl Festspielhaus Erl, © Lolin / TVB Kufsteinerland

Haflinger Almabtrieb

Robust, stur und widerstandsfähig - fast wie seine menschlichen Landsleute - trotzen die Junghengste der indigenen Tiroler Pferderasse im Sommer den Witterungen im Freien. Auch dieses Jahr finden sie sich zum Almabtrieb in Ebbs im Kufsteinerland ein. Ein bisserl Sehnsucht kommt da schon auf, wenn die jungen Wilden, wie sie hier genannt werden, im Tal ankommen. Erinnerungen an laue Sommerabende, lange Ausritte und stundenlanges Mähne Flechten als zahnlückige Achtjährige machen sich in mir breit.

Anmutiger, als man es von Kaltblütern gewohnt ist, laufen sie bunt geschmückt und voll Lebensfreude im Fohlenhof Ebbs ein. Zum Glück sind auch diesmal die regionalen Produzenten nicht weit und kümmern sich um das leibliche Wohl der Gäste.

Natur, wandern, genießen

Wer Natur liebt, wird Kufstein lieben. Öffentlich perfekt angebunden, können die Sportlichen direkt vom Bahnhof zu den umliegenden Seen wandern. Kaum eine Stadtgemeinde verfügt über derart viel Angebot an Kräuter- und Genusswanderungen, Naturführungen, Lehrpfaden, Outdoor-Meditationen und Yoga.

Persönlicher Favorit: die Vier-Seen-Wanderung. Wir starten beim Hechtsee. Am malerischen, glasklaren Waldsee kann man sich entscheiden, ob es hinunter zum Schwefelwasserfall und dem Kieferbach nach Kiefersfelden in Deutschland gehen soll, oder ob die restlichen Seen (Egelsee, Längsee, Pfrillsee) in Angriff genommen werden. Die Steigungen sind sanft, die Wege gut beschriftet und die Seen in warme Herbsttöne getaucht.

Von Kufstein nach Ebbs kann man gemütlich 8 km spazieren, nach Erl sind es ca. 14 km. Wer keine Lust auf eine Wanderung hat, kann auch den ÖBB-Postbus nutzen.

Die übersichtliche Webseite der Stadtgemeinde Kufstein hält noch viel mehr Tipps und Ausflugsziele für euch bereit.

 

 
 
 
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