14.11.2018

Belgien von seiner Schokoladenseite: Die lässigsten Genuss-Hotspots


SLOW FOOD
Autor — Kerstin Reinprecht



Wenn du ein Land kennst, weißt du auch, wie es schmeckt. Pommes Frites könnten belgischer nicht sein - und doch ist das Aroma frittierter Kartoffelstifte a bisserl zu international. Eigentlich hat jedes Land seine ganz persönliche kulinarische Note. Denkt man an Italien, hat man das Pizza e Pasta schon auf der Zunge schmecken, eine feine Prise Knoblauch, frische Tomaten und ein Hauch Olivenöl. Plötzlich beginnt der Magen zu knurren. Und Belgien?

Vor über 100 Jahren füllte Jean Neuhaus zum ersten Mal eine hauchzarte Schokohülle mit herzhafter Schokocreme - und die belgische Praline war geboren! Die süßen Genüsse gibt es vielerorts, doch warum ist gerade die belgische auf der ganzen Welt bekannt? Die Maître Chocolatiers machen nicht einfach nur Schokolade, sie veredeln sie. Die feinsten Häppchen beinhalten hochwertige Zutaten und werden per Hand auf traditionelle Weise hergestellt. Wenn du mehr über die Geschichte der belgischen Schokolade erfahren möchtest, solltest du dir das Schokoladenmuseum Choco-Story in Brügge nicht entgehen lassen. Hier kannst du auch zusehen, wie Schokolade gemacht wird. Dunkle Schokolade, Milchschokolade mit und ohne Krokant, Nougat und Fruchtfüllung ... das sind die Zutaten, aus denen Träume gemacht sind. Hier zählt man eindeutig die Genüsse, nicht die Kalorien.

Chocolatiers, die dich zum Schmelzen bringen

Diese einzigartigen Chocolatiers solltest du dir bei einem Besuch in Belgien auf keinen Fall entgehen lassen.

Laurent Gerbaud

Der Name Laurent Gerbaud steht für frischen Wind in der traditionellen Schokoladengeneration und räumt geschmacklich ordentlich auf. Er ist für seine süßen Kompositionen aus Schokolade und Obst bekannt, die mit feinen Gewürzen veredelt werden. Das Besondere: wenig Zucker und keine weiteren Zusatzstoffe in der Schokolade. Kulinarische Inspirationen holte sich der Chocolatier in fernen Ländern und verfeinert seine Genusswerke mit exotischen Geschmacksrichtungen. Die Pralinen werden im kleinen Laden täglich frisch zubereitet. Wenn du so schnell nicht genug davon bekommst, kannst du dich zur Verkostung mit passenden Bieren oder zum Schokoladenworkshop anmelden.

Ort: Ravensteinstraat 2D, 1000 Brüssel; gegenüber dem Palais des Beaux-Arts

Öffnungszeiten: Täglich von Sonntag bis Samstag 10:30 bis 19:30 Uhr.

Pierre Marcolini

Schokokünstler Pierre Marcolini ist auf der ganzen Welt unterwegs, um die besten Kakaobohnen für seine Kreationen auszuwählen und zu feinen Köstlichkeiten zu verarbeiten. Diese werden dann im eigenen Atelier in Brüssel geröstet. Nur noch wenige beherrschen den gesamten Herstellungsprozess von der Bohne bis zur Schokolade - Pierre Marcolini ist einer davon. Durch die eigene Röstung kann das Aroma selbst bestimmt werden, was die Kreationen wiederum einzigartig macht. Die Shops findet man in ganz Brüssel und auch außerhalb davon. Schickes Design in den Läden und hochwertige Produkte - hier sollte man auf jeden Fall hineingehen, um ein Quäntchen Luxus zu kosten.

Ort: Place du Grand Sablon, Rue Des Minimes 1, 1000 Brüssel

Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag 10:00 bis 19:00 Uhr, Freitag bis Samstag 10:00 bis 20:00 Uhr

Huize Colette

Öffnet man die Tür zum Laden stellt sich schnell ein Gefühl von Gemütlichkeit ein. Eine feine Note aus Kakao und selbstgebackenen Kekserln steigt sofort in die Nase und erfüllt den Körper mit wohliger Wärme. Eine Mischung aus Schokoladengeschäft und Buchladen kommt zum Vorschein, wenn man näher hereintritt. Jede Menge Charme, liebevolle Details und eine Einrichtung im Retrostil laden zum Bleiben ein. Im Zentrum von Gent wird hier heiße Schokomilch mit hausgebackenen Törtchen serviert, während man entspannt in einem Buch schmökern kann. Das Besondere: Die Bücher sind Secondhandware und können vor Ort für einen kleinen Betrag erworben werden.

Ort: Belfortstraat 6, 9000 Gent

Öffnungszeiten: Der Laden ist wochentags von 09:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, am Wochenende von 10:00 bis 19:00 Uhr.

Entspannt anreisen: Brüssel als internationalen Hotspot kannst du entspannt mit der Bahn erreichen. Mit dem ÖBB Sparschien-Ticket schonst du auch noch dein Börserl. Von dort aus erreichst du Brügge oder Gent in ca. einer Stunde mit dem Zug.

 
 
 
Weitere Stories

SLOW FOOD
Foodblog: Streifzug durch das kulinarische Wien
 
SLOW FOOD
Die Brüder am Wein
 
SLOW FOOD
Highlights für Durstige: Tschechische Bierstädte
 
SLOW FOOD
Restaurant-Check: Vinzenz Pauli in St. Pölten