28.02.2016

Roma mit der Mamma


TRAVEL
Text — Lea Hajner



Manche Städte eignen sich besonders für einen Mutter-Tochter Trip, Rom ist eine davon. Gutes Essen, unzählige Sehenswürdigkeiten, Museen und auch das Shopping kommt nicht zu kurz. Für unseren Wochenendtrip bekomme ich von einigen Freunden aus Rom ein paar Reisetipps vorab, die unserer Reise immer wieder kleine Highlights bescheren.

Benvenuto a Roma! Die Information, die wohl in keinem einzigen Italien-Reiseführer zu finden ist, ist kein Ort, sondern ein kleines Ritual. Eins das sich über diverse Italienurlaube hinweg bei uns in der Familie eingebürgert hat. Kein Tag in Italien ohne Bacci. Baci sind nicht nur Küsschen auf Italienisch, es sind in erster Linie kleine Schokolade-Nuss Pralinien mit weisen Sprüchen, die man am besten nicht allzu ernst nimmt. Ein Baci und für alle Morgenmuffel gleich noch ein Steh-Espresso an einer Bar, wie die Italiener ihn am liebsten trinken. Dieser Brauch wiederum ist so durch und durch italienisch, dass er in jedem Reiseführer zu finden ist. Zurecht. Einen besonders guten gibt es im Cafe Sant’Eustachio (Piazza di Sant'Eustachio, 82). Hier wir auch der 100% Arabica Kaffee auch gemahlen und schön verpackt verkauft. Ein authentisches Souvenir.

(c) Lea Hajner

(c) ea Hajner In Rom stehen an jeder Ecke Sehenswürdigkeiten, Ausgrabungen oder Museen. Das Pantheon, das auf dem früheren Marsfeld vor knapp 2000 Jahren erbaut wurde, übt für mich jedes Mal eine besondere Faszination aus. Und wenn das Nachlesen über die Geschichte des Pantheons im Reiseführer doch zu langweilig wird, hat Claudia noch einen Tipp für uns.

Lea Hajner (c) Lea Hajner

„Jeder hat hier seinen Lieblings-Gelateria. Meine ist eindeutig Giolitti und Schokolade-Amarena solltest du dir nicht entgehen lassen!“  von Claudia
Glücklicherweise ist der Giolitti Eissalon (Via degli Uffici del Vicario 40) auch nicht weit entfernt vom Pantheon. An der Kassa rechts neben dem Eingang kauft man einen Cupon für das gewünschte Eis, den man hinten im Laden an der Theke einlöst. Köstlich!

(c) Lea Hajner

Dann geht es weiter zu den Spanischen Treppen, wo die Straßenverkäufer bestens auf jegliche Wetterverhältnisse ausgerüstet sind. Scheint die Sonne, verkaufen sie kleine Batterie-betriebene Ventilatoren. Regnet es, haben sie innerhalb von Minuten ihren Warenbestand umgetauscht gegen Regenschirme und Einweg-Ponchos. In der Via del Corso hingegen finden wir ein etwas nachhaltigeres Shoppingerlebnis. Bei „Pull Love“ (Via del Corso 41) decken wir uns mit echten Cashmere-Wollpullovern zu italienischen Schnäppchenpreisen ein, bevor es weiter zum berühmten Trevi Brunnen geht. Weltberühmt wurde der Trevi Brunnen in Fellini’s „La Dolce Vita“ aus dem Jahre 1960, in dem Anita Ekberg in der Fontana di Trevi badet. Das ist heute leider nicht mehr möglich. Dafür hindert einen niemand daran Münzen in den Brunnen zu werfen, nein, es ist sogar erwünscht.
„Dem alten Volksglauben nach heißt es: eine Münze bedeutet eine sichere Rückkehr nach Rom, zwei bewirken dass du dich in einen Römer verliebst und drei sogar eine Heirat!“ von Roberto
Wichtig dabei ist außerdem, dass man die Münze über die Schulter nach hinten wirft. Ob rechte oder linke Schulter ist allerdings egal und für ein Foto macht sich das auch ohnehin besser. Ich werfe vier Münzen und hoffe einfach darauf damit sämtliche Taschendiebe der Stadt abzuwehren. Denn an fast jeder Ecke wird darauf hingewiesen auf seine Wertgegenstände gut aufzupassen. Der Tag vergeht wie im Flug und nach einer Rast in der Parkanlage mit dem wunderschönen Namen Villa Borghese, knurrt uns der Magen. Doch die Italiener essen spät und so müssen wir uns bis 20:00 gedulden.
„Du und deine Mamma solltet unbedingt in ein Lokal namens Trattoria da Augusto, im Stadtteil Trastevere, essen gehen. Die genaue Adresse ist Piazza de' Renzi, 15. Es ist eine typisch römische Trattoria, wo die Tische so eng beieinander stehen, dass du nach dem Abendessen die ganze verzweifelte Liebesgeschichte deines Tischnachbarn kennst. Die Rechnung wird einfach auf das Papiertischtuch geschrieben.“ von Daniele
Ich mag’s,  wie Daniele Mamma schreibt. Signorina und ihre Mamma beschließen dem Tipp zu folgen, denn die Lust auf italienisches Essen ist groß. Leider teilen wir den Geheimtipp mit einigen anderen und müssen warten bis drinnen ein Tisch frei wird. Der Tisch ist eng und das Dekor unprätentiös, aber das Essen und der Rotwein schmecken. Wir entscheiden uns für ein ganz traditionelles Gericht der Römer: Pasta caccio e pepe.

(c) Lea Hajner (c) Lea Hajner

Ein perfekter Tag in Rom geht zu Ende, morgen stehen der Vatikan und als Kontrast das MAXXI, das Museum für zeitgenössische Kunst auf dem Programm. Und, natürlich ein weiteres Baci.

(c) Lea Hajner

  Weitere Information über Rom finden Sie in einem gratis ÖBB e-book von Rudolf J. Strutz. Auch im Apple iTunes Store und im Google Play Store kostenlos erhältlich.
 
 
 
 

Lea Hajner
ist Reisejournalistin. Sie mag schöne Geschichten aus fernen Ländern. Und sie erzählt gerne schöne Geschichten, mal aus der Ferne mal aus der unmittelbaren Umgebung. Es sind  Geschichten vom Reisen, vom Fernweh, von schönen Begegnungen und abenteuerlichen Ausflügen in die Natur.
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